Beim Auto-Zirkus gehörte der Nienburger „Clown Momo“ – vor dem Konterfei des Gründers Bernhard Paul – zu den Artisten.. Foto: Ulrich Stamm

Beim Auto-Zirkus gehörte der Nienburger „Clown Momo“ – vor dem Konterfei des Gründers Bernhard Paul – zu den Artisten.. Foto: Ulrich Stamm

Nienburg 30.01.2021 Von Nikias Schmidetzki

Mit Glück und kreativen Ideen

Nienburger Clown Momo trotzt der Pandemie so gut es geht

Von heute auf morgen war der Kalender einfach komplett leer bei Timo Lesniewski. Gerade jetzt, wo der Nienburger Künstler, der als Monsieur Momo deutschlandweit unterwegs war und damit auf seinem bisherigen Karrierehöhepunkt angelangt. Nach ruhigen und erholsamen drei Wochen, sei ihm schnell klar geworden, dass es dabei nicht bleiben würde.

Kein einfaches Jahr liegt hinter Momo. Er ist durch die Corona-Pandemie ebenso gebeutelt wie andere Künstler und Kulturschaffende auch. Doch unterkriegen lassen wollte er sich nicht. Und so ist er kreativ geworden, und das nötige Glück hatte er auch in diesem seltsamen Jahr 2020. Mit seinen Vorbildern vom Circus Roncalli war er in Autokinos zu sehen, und in Berlin gehörte er zur Stammbesetzung eines großen Varietés. Doch immer wieder zwang ihn Corona zu einer Pause. Doch geschlagen gibt er sich nicht. Im Gegenteil: Er hat viele Ideen.

Es ging nichts mehr. Die Anfragen blieben aus. 2019 war gut gelaufen. Sehr gut. Das war Lesniewskis Glück. Er konnte vom Erspartem leben. Aber Unsicherheit blieb. Über den Sommer kamen schließlich ein paar Lichtblicke. „Als der Circus Roncalli mich anfragte, in ihrer Show für die Autokinos zu spielen, war ich wirklich superglücklich. Denn plötzlich spielte ich mit dem Orchester und den Artisten, die ich ein paar Jahre vorher noch selber zugeschaut hatte. Da ist wirklich ein Kindheitstraum wahr geworden“, schwärmt der Nienburger. Sein Glück war es, dass die eingeplanten Clowns aus dem Ausland nicht einreisen konnten.

Timo Lesniewski als Kind vor einer Figur, die Roncalli-Chef Bernhard Paul nachempfunden ist.Foto: Lesniewski

Timo Lesniewski als Kind vor einer Figur, die Roncalli-Chef Bernhard Paul nachempfunden ist.Foto: Lesniewski

Dass er nun die erste Wahl aus Deutschland gewesen sei, freut Lesniewski. „Ich habe ja vor vielen Jahren bei mir im Garten angefangen. Da habe ich die Zirkusplakate noch selbst gemalt und an den Laternen aufgehängt.“ Die Shows habe er genossen, weil es schön gewesen sei, nach so vielen freien Monaten im Juni und Juli mal wieder auf der Bühne zu stehen. Gleichzeitig sei es auch absurd gewesen: „Da stehen 500 Autos vor dir, und statt Applaus wurde gehupt.“ Es sei eine große Chance gewesen, sich im Circus Roncalli zu beweisen. Danach folgten aber auch wieder ein paar kleinere Auftritte über das Jahr verteilt – mal hier, mal da – und immer mit Hygienekonzept.

Wieder aufgenommen hat Momo seine Arbeit als Krankenhaus-Clown. Zwar habe er die Kinder nicht direkt in den Zimmern besuchen dürfen, stattdessen habe er immer nur in der Tür gestanden.

Ein weiteres Schicksal eines anderen Künstlers sollte später erneut Lesniewskis Glück sein: Ein Kollege, der auch im bekannten Wintergarten-Varieté in Berlin unter Vertrag war. Der Regisseur kannte Momo aus dem Regensburger Weihnachtscircus. „Und so bin Mitte September mit all meinem Gepäck nach Berlin gegangen.“ Dort warteten harte Proben auf den Nienburger Clown, den ganzen Tag über Vorbereitungen auf die Show.

Clown Momo in der Manege Foto: Momo

Clown Momo in der Manege Foto: Momo

Lesniewski fühlte sich wohl in der großen Stadt und in dem Varieté. Doch dann kam der zweite Lockdown. „Nach 39 Shows mussten wir wieder schließen“, sagt Momo. Nun sitzt er noch heute auf gepackten Koffern und hofft, dass es bald weitergeht. Die Show soll noch bis zum 13. Juni gehen. Aber wann wieder, ist ungewiss.

Seine Zeit verbringt er nach wie vor als Krankenhaus-Clown in Hannover und Hildesheim – wenn auch aufgrund der Hygienevorschriften immer seltener. Dafür blickt er in die Zukunft und freut sich darauf, im Juli und November selbst erste Kurse zu geben und Clowns auszubilden.

Und er hat einen „Fan-Pass“ entwickelt. Mit dem können ihn Fans auch jetzt unterstützen. Eine befreundete Grafikerin hat ihn kreiert. Den Pass können Menschen zu einem Preis ihrer Wahl kaufen. Dafür verspricht Lesniewski, den Unterstützern zu gegebener Zeit in Nienburg sein erstes Solo-Programm zu zeigen. Für ihn war es ein weiterer und wichtiger Schritt, ein Abend füllendes Programm auf die Beine zu stellen. Nur wann das Programm wo genau zu sehen sein wird, steht derzeit in den Sternen.

Wer Momo unterstützen möchte, kann ihn kontaktieren per E-Mail an info@monsieur-momo.de und auf seiner Homepage: www.monsieur-momo.de.

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Erstellt:
30. Januar 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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