HamS-Redakteurin Edda Hagebölling. Archiv

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Nienburg 11.03.2017 Von Edda Hagebölling

Mit Rückenwind

Er will die Freizeit auch dazu nutzen, mehr mit seinem neuen E-Bike zu fahren. Am 28. April wird Horst Oetzel in den Ruhestand verabschiedet. Über 46 Jahre war er für das THW tätig.

E-Bikes. Eine geniale Erfindung. Ausgedehnte Radtouren verlieren ihren Schrecken. Radreisen sowieso. Auch Anbieter von „betreuten“ Radurlauben sind längst auf die Fahrräder „mit dem eingebauten Rückenwind“ eingestellt.

Das muntere Damen-Reisekränzchen erinnert sich noch gut an seine erste Begegnung mit diesen neumodischen Wunderwerken der Technik. Marburg an der Lahn war damals das Ziel des Städtetrips. Wie immer mit vor Ort gebuchten Rädern. Der Fahrradverleih war schnell gefunden. Direkt am Lahnradweg standen für die Damen aus Norddeutschland sechs Exemplare bereit. Doch das Gezeter war groß. E-Bikes? Was für eine Frechheit. Schließlich war man gerade erst 50, nicht 70...

Am Ende des Aufenthalts wären die Herrschaften am liebsten direkt mit den E-Bikes nach Hause gefahren. Auf zwei Rädern auf die Burg? Kein Problem. Mit dem Rad bei Gegenwind ohne zu schnaufen auf dem Lahnradweg entlangdüsen? Auch kein Problem. Von den „echten“ Radfahrern belächelt werden? Erst recht kein Problem. E-Bike fahren macht einfach Spaß.

Allerdings sehr zum Leidwesen vieler Autofahrer. Sie können sich jedes Mal aufs Neue köstlich darüber aufregen, dass es Menschen gibt, die es wagen, nicht auf vier, sondern auf zwei Rädern am Straßenverkehr teilzunehmen. An der Hannoverschen Straße ist die Benutzung des Radweges wegen der vielen Seitenstraßen mittlerweile so gefährlich geworden, dass die Radfahrer lieber direkt auf der Fahrbahn fahren sollen. Eine Anordnung, die der ADFC sehr begrüßt. Er würde sich aber freuen, wenn das legale Benutzen der heiligen Straße durch die Radfahrer noch besser gekennzeichnet würde. Außerdem denkt er bereits laut darüber nach, ob die Hannoversche Straße nach Freigabe der Südumgehung nicht zur Tempo 30 Zone erklärt werden könnte. Eine Idee, die auch viele Anlieger frohlocken lässt. Sie können sich ohnehin noch gar nicht vorstellen, dass irgendwann nicht mehr die Gläser in den Schränken klirren, wenn ein Lkw vorbeifährt.

Beruhigt zur Kenntnis genommen haben dürfte der ADFC auch, dass der E-Center-Kreisel nach wie vor gebaut werden soll. Der Einspruch des Stadtteilbeirats Nordertor ist gescheitert. Erinnern auch Sie sich noch, als der Holtorfer Kreisel als einer der ersten im Kreis gebaut werden sollte? Die Welt schien unterzugehen.

Längst in ihr Schicksal gefügt haben sich offenbar die Autofahrer in Holland. Dort kann man eine Woche lang mit dem Fahrrad unterwegs sein, ohne auch nur einmal von einem Auto- oder Lkw- Fahrer angehupt zu werden. Schier unvorstellbar, oder?

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Erstellt:
11. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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