„Mit Veränderungen Schritt halten“

„Mit Veränderungen Schritt halten“

Nienburgs Kreislandwirt Tobias Göckeritz (vordere Reihe ganz links) und der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Heinrich Grupe (hintere Reihe, Zweiter von links), gratulierten den Absolventen zu ihrer Leistung. Foto: Backhaus

Von A wie Abdrehen bis Z wie Zugkraft, so fasste Klassensprecher Guido Gathmann den Agrartechnikblock zusammen, den die frischgebackenen Landwirtinnen und Landwirte an der Deula Nienburg in einem Lehrgang für Quereinsteiger nach Paragraph 45(2) Berufsbildungsgesetz absolvierten.

In drei Monaten hat der Kurs bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Stoff durchgenommen, für den während der regulären Ausbildungszeit bis zu drei Jahre eingeplant sind. Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bereits ein abgeschlossenes Studium oder eine Ausbildung und stehen im Berufsleben, haben jedoch aus ganz unterschiedlichen Gründen noch eine zweite Ausbildung absolviert, für die sie jedoch eine mehrjährige landwirtschaftliche Berufserfahrung nachweisen mussten.

19 Landwirtinnen und Landwirte wurden jetzt vom Vizepräsidenten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Heinrich Grupe, und Nienburgs Kreislandwirt Tobias Göckeritz im Blattpavillon der Deula Nienburg freigesprochen. Nach intensiven und lehrreichen Wochen in Nienburg und im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem blicken die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun „mit großer Motivation in die Zukunft“, wie es Gathmann formulierte.

Die Inhalte einer dreijährigen Berufsausbildung in einem dreimonatigen Crashkurs mit Weihnachtspause aufzunehmen ist nicht einfach. Dieses Wissen hätten die Ministerinnen und Minister und die, die unsere Gesetze machen, dringend nötig.

Tobias Göckeritz, Kreislandwirt

Der zweite Bildungsweg erfreut sich insbesondere in der Landwirtschaft großer Beliebtheit. „Ich kenne keinen Berufszweig, der hier solche Ausbildungszahlen aufweist“, sagte Kammervize Grupe in seinem Grußwort. Demnach sei der Quereinsteiger-Kurs unter der Organisation von Arbeitnehmerberater Ralph Werfelmann schon seit Jahrzehnten stets ausgebucht. „Nun ist es an Ihnen, das Gelernte mit Leben zu füllen und in den Betrieben anzuwenden“, so Grupe. Wichtig sei jetzt, mit den rasanten Veränderungen der Branche Schritt zu halten und die zahlreichen Weiterbildungsmaßnahmen wahrzunehmen.

Kreislandwirt Tobias Göckeritz stellte die intellektuelle Leistung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer heraus. „Die Inhalte einer dreijährigen Berufsausbildung in einem dreimonatigen Crashkurs mit Weihnachtspause aufzunehmen ist nicht einfach. Dieses Wissen hätten die Ministerinnen und Minister und die, die unsere Gesetze machen, dringend nötig.“ Auch der Kreislandwirt empfahl seinen neuen Berufskollegen, sich insbesondere betriebswirtschaftlich weiterzubilden. Denn Landwirte gingen mitunter 12 bis 14 Stunden täglich ihrer Arbeit nach, um dann am Ende des Jahres festzustellen, dass sie 20.000 Euro draufgezahlt hätten. Abgesehen davon, forderte Göckeritz sie auf, sich schließlich auch öffentlich für den Berufsstand einzusetzen und an aktuellen Aktionen etwa gegen das geplante Agrarpaket und die Düngeverordnung teilzunehmen.

Die erfolgreichen Absolventen sind: Dennis Ahrens (Kirchboitzen), Björn Bedürftig (Beverstedt), Peter Behrens (Lehe), Dennis Brockmann (Bassum), André Delventhal (Neuenkirchen), Guido Gathmann (Rodewald), Detlef Günther (Wennigsen), Markus Heller (Melle), Jan Kramer-Hoffmann (Gadesbünden), Ann-Christin Küchler (Dörverden-Westen), Svenja Peters (Seevetal), Nina Riege (Seevetal), Sebastian Sellmann (Rosendahl), Christine Uelschen (Garbsen), Bernhard von Ohr (Dersum), Nils Westerkamp (Höltinghausen), Inga Wienbarg (Balje).