Rosi Waldeck (rechts) berichtete über ihre Radtour von Tallin bis an die Kurische Nehrung. Das Bild zeigt sie mit Landfrauen-Vorsitzender Imke Wicke (links) und Galina Frieling. Landfrauen

Rosi Waldeck (rechts) berichtete über ihre Radtour von Tallin bis an die Kurische Nehrung. Das Bild zeigt sie mit Landfrauen-Vorsitzender Imke Wicke (links) und Galina Frieling. Landfrauen

Bücken 15.02.2019 Von Die Harke

Mit dem Rad durchs Baltikum

Rosi Waldeck berichtet den Landfrauen von ihrer 800 Kilometer langen Reise

Von Talinn bis an die Kurische Nehrung mit dem Fahrrad, und das in einer Stunde. Dies erlebten jetzt rund100 Landfrauen im Gasthaus Thöle anlässlich einer Multimediashow von Rosi Waldeck aus Wendeburg. Die Landfrauen schreiben dazu: „ „Normalerweise sind sie unzertrennlich, Jutta Jassens aus Rothemühle und Rosi Waldeck aus dem benachbarten Wendeburg. Unzertrennlich dann, wenn es auf Abenteuertour per Rad geht. Im Jahr 2010 begaben sich die Mitsechzigerinnen auf diese Unternehmung: Fünf Länder in drei Wochen, 800 Kilometer durch Estland, Lettland und Litauen auf dem Drahtesel verbunden mit einem Abstecher nach Russland und dem Ziel Gdingen in Polen. Jutta Jassens war erkrankt, sodass Rosi Waldeck die Landfrauen allein mit auf ihre Reise nahm.“

„Und diese 800 Kilometer haben wir ohne Pannen zurückgelegt“, begann Rosi Waldeck ihren Vortrag. Die gehörige Portion Glück für ihre Reise hätten sie sich von einer Schornsteinfegerskulptur mitten in Tallinn geholt, führte die radelnden Referentin fort. An Symbolik fehle es den baltischen Ländern nämlich nicht. Nicht nur der Schornsteinfeger in Tallinn, auch die Birken in Estland oder die Musik und der Gesang im gesamten Baltikum charakterisierten Mensch und Natur. So sei der Sängerpark in Tallinn noch heute Zeitzeuge der „singenden Revolution“ in den 1990-er Jahren, die zur Unabhängigkeit der baltischen Staaten von der UdSSR geführt habe.

Die Jugendstilbauten Rigas, das Malerparadies Niga, Ansichten vom Frauenburger Dom in Frombork sowie Eindrücke von den Wanderdünen an der kurischen Nehrung konnten die Landfrauen auf rund 500 Dias genauso erleben wie die astronomische Uhr in der Marienkirche in Danzig, die Heidelandschaft am Kurischen Haff oder auch ein fünfstöckiges Storchennest am Wegesrand. Die Tagesetappen der Radlerinnen betrugen durchschnittlich 80 Kilometer. In landschaftlich nicht so reizvolle Gegenden wurde auch mal auf Bus und Bahn umgestiegen. Die Unterkünfte waren in der Regel vorgebucht und boten hin und wieder auch mal eine Überraschung, sowohl in negativer wie auch positiver Hinsicht. In Königsberg zogen es die Frauen beispielsweise vor, ihre Fahrräder für die Nacht in die vierte Etage ihrer Unterkunft zu tragen.

Brot, Gurke, Tomaten und Käse gehörten zum täglichen Reiseproviant, ebenso wie ein Bad in der Ostsee an einem der vielen wildromantischen Strände. Ein besonderes „Betthupferl“ gönnten sich die Radlerinnen in den Metropolen des Baltikums. Dort buchten sie sich jeweils einen deutschsprachigen Stadtführer. Von Gdingen reisten Waldeck und Jassens mit der Fähre zurück nach Rostock und schmiedeten bereits Pläne für die nächste Radreise. Auslöser waren nicht nur die Eindrücke dieser Reise sondern der Besuch der Ratsapotheke in Tallinn. Sie gilt als eine der ältesten Apotheken Europas, die noch in Betrieb ist. „Und die zweitälteste befindet sich in Dubrovnik“, schloss Rosi Waldeck schmunzelnd ihren Vortrag, „und so stand unser Ziel für das Jahr 2012 bereits fest“.

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Erstellt:
15. Februar 2019, 13:00 Uhr
Lesedauer:
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