Stay at Home: Für viele Besucherinnen des Mütterzentrums und ihre Familien ist die Bedrohung durch das neue Corona-Virus ständig präsent. Martina Baake hatte die Frauen gebeten, ihr ein paar Fotos zu schicken. Veröffentlicht werden kann an dieser Stelle aus Platzgründen leider nur eine ganz kleine Auswahl. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Stay at Home: Für viele Besucherinnen des Mütterzentrums und ihre Familien ist die Bedrohung durch das neue Corona-Virus ständig präsent. Martina Baake hatte die Frauen gebeten, ihr ein paar Fotos zu schicken. Veröffentlicht werden kann an dieser Stelle aus Platzgründen leider nur eine ganz kleine Auswahl. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Nienburg 11.04.2020 Von Edda Hagebölling

„Mit der Familie auf dem Balkon gelebt“

Martina Baake vom Nienburger Mütterzentrum hält auch in Zeiten von Corona den Kontakt zu den Familien

„Ich hatte es schon befürchtet. Viele Frauen sind total verunsichert und haben auch nicht alle Auflagen rund um Corona richtig verstanden.“ Gut eine Woche nach Schließung des Mütterzentrums hielt es Martina Baake, Leiterin der in normalen Zeiten gut besuchten Einrichtung in der Jahnstraße in Nienburg, nicht länger aus. Sie nahm Kontakt zu den Frauen auf, die regelmäßig zu ihr kamen. Per Telefon oder per WhatsApp.

„Alle waren total froh, von mir zu hören“, so Baake. Für die eine oder andere war sie sogar der einzige Kontakt außerhalb der eigenen vier Wände.

Martina Baake steht ihren Frauen und deren Familien nach wie vor zur Verfügung. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Martina Baake steht ihren Frauen und deren Familien nach wie vor zur Verfügung. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Die Leiterin des Mütterzentrums erfuhr von Frauen, die aus Angst, etwas falsch zu machen, mit ihren Kindern bis dahin allenfalls auf dem Balkon gelebt hatten. Sie musste aber auch ermahnen: Natürlich darfst du einkaufen gehen, aber ohne die Kinder. Und natürlich musst du weiter zur Vorsorge zum Frauenarzt gehen, die Kinder müssen in dieser Zeit aber bei deinem Mann bleiben.

Ostern in Zeiten von Corona. So könnte es sein. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Ostern in Zeiten von Corona. So könnte es sein. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Martina Baake hat die Frauen aber auch gebeten, sie mit Fotos von dem zu versorgen, was ihre Kinder gerade machen, oder die Kinder zu bitten, Bilder zu malen und ihr zu schicken. Und sie hat sie mit Tipps für kleine Spiele versorgt. „In Zeiten von Corona lebt sogar das gute alte Hinkepinke wieder auf“, so Baake.

Dass die Spielplätze gesperrt sind, versteht die Leiterin des Mütterzentrums natürlich gut, dennoch macht diese Regelung das Leben von Familien, die mit ihren Kinder in der Stadt auf 60 Quadratmetern leben, nicht gerade einfach. In einem Fall wollte sie sich erkundigen, ob nicht wenigstens in dieser Zeit die Grünflächen für Ballspiele oder ein kleines Picknick freigegeben werden könnten.

Mit Fingerfarbe am Wohnzimmertisch: Corona macht‘s möglich. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Mit Fingerfarbe am Wohnzimmertisch: Corona macht‘s möglich. Foto: Mütterzentrum Nienburg

Die Frauen, die Baakes Kontaktadresse haben, lädt sie ein, sich gerne auch weiter bei ihr zu melden. Sie empfiehlt, diese Telefonzeit mit ihr zu verabreden und in eine Zeit zu legen, in der die Frauen wirklich in Ruhe mit ihr sprechen können. Doch auch die frühen Hilfen des Landkreises Nienburg stehen den Besucherinnen des Nienburger Mütterzentrums jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung. Zu erreichen sind die Mitarbeiterinnen dort unter 0 50 21 / 9 67 79 49 oder 0 50 21 / 9 67 79 50.

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Erstellt:
11. April 2020, 19:26 Uhr
Lesedauer:
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