Die RAV-Vast-Trommel erzeugt einen erstaunlich vollen Klang, dessen Schwingungen in den Körper übertragen werden. Musiklehrer Mairitsch zeigt den Patienten den Effekt. Helios Kliniken

Die RAV-Vast-Trommel erzeugt einen erstaunlich vollen Klang, dessen Schwingungen in den Körper übertragen werden. Musiklehrer Mairitsch zeigt den Patienten den Effekt. Helios Kliniken

Stolzenau 11.04.2017 Von Die Harke

Mit der Kraft der Musik gesund werden

Musik steht auf dem Therapieplan in der Schmerzklinik der Helios-Klinik Stolzenau

Seit rund eineinhalb Jahren ist die Musiktherapie ein erfolgreicher Teil der Schmerztherapie in der [DATENBANK=3287]Helios-Klinik[/DATENBANK] in Stolzenau. Als Rausche das Meer durch den Raum klingt es, als Musiklehrer Robert Mairitsch die Ocean Drum in Bewegung setzt. Musik steht auf dem Therapieplan der Patienten der Schmerzklinik der Helios-Klinik in Stolzenau. Die Musiktherapie ist Teil einer vielschichtigen Schmerztherapie, die seit rund einem Jahr in den Helios-Kliniken Mittelweser in Kooperation mit der Musikschule Nienburg angeboten wird.

Chronische Schmerzen belasten das Leben der Patienten, die in der Schmerzklinik in Stolzenau Hilfe suchen. „Normalerweise sind Schmerzen ein Warnsignal des Körpers. Doch wenn diese dauerhaft bestehen und sie ihre lebenswichtige Funktion als Warnsignal verloren haben, verselbständigen sie sich oft und entwickeln sich zu einem eigenständigen Krankheitsbild“, erklärt der Ärztliche Leiter Bernd Goevert. Neben vielen anderen Therapieformen ist die Musik dabei ein Ansatzpunkt. Musik wirkt sich wohltuend auf Körper und Geist aus, kann beruhigen oder anregen, entspannen oder sogar Schmerzen lindern. „Dabei ist es das Ziel, die Lebensqualität des Einzelnen zu verbessern. Einfach Wegzaubern können auch wir den Schmerz nicht“, sagt Christiane Hermann-Böhlke, die als Pain Nurse (Schmerzschwester) Patienten während ihres Aufenthaltes in der Schmerzklinik begleitet. „Wir möchten, dass die Patienten mitnehmen, dass der Schmerz im Leben nicht immer die Hauptrolle spielen muss. Wir können es auch schaffen, dass er in die Rolle eines Komparsen geht.“

Die Musiktherapiestunde umfasst dabei sowohl das Hören und Fühlen als auch Selbermachen von Musik. Robert Mairitsch, Lehrer an der Musikschule Nienburg, stellt während der Musiktherapie verschiedene Perkussionsinstrumente vor. Schließlich sind die Patienten an der Reihe: „Unmusikalisch gibt es nicht“, sagt Mairitsch. Der Höhepunkt der musikalischen Therapiestunde ist die RAV-Vast-Trommel, einer ufoförmigen Metalltrommel. Mairitsch legt sie den Schmerzpatienten auf die Oberschenkel und beginnt zu spielen. Die Trommel vibriert. Acht metallisch anmutende Töne erzeugt sie. Der Klang ist voll und melodisch. „Man merkt richtig, wie die Schwingungen durch den ganzen Körper gehen“, beschreibt Schmerzpatientin Ulla C. das Gefühl. Patientin Elisabeth G. fügt hinzu: „Ich bin ganz geflasht. Man spürt die Töne überall. Das hatte ich so wirklich nicht erwartet. Das ist wirklich eine beeindruckende Erfahrungen gewesen mit diesem Instrument.“

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Erstellt:
11. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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