Mit der Reife einer Kaulquappe

Mit der Reife einer Kaulquappe

Sieht sich jetzt schon als Gewinnerin: Mimi. Foto: MG RTL D / TV NOW

Es ist Woche sechs beim TV-Kindergarten „Der Bachelor“ und wir sind an einem Punkt angelangt, an dem ich sagen muss: So manche Kandidatin nervt dermaßen hart, dass ich eher ‘nen achtstündigen Podcast mit Verona Pooth und Georgina Fleur ertragen könnte.[RECTANGLELOKAL]

Mimi glänzt wieder mit der Reife einer Kaulquappe, Stephie ist auf der endlosen Suche nach noch mehr Sendezeit und Linda ist wieder einmal ‘n richtiges Herzchen, das dem Bachelor am liebsten „einen Uppercut geben“ möchte. Ein Traum, diese Staffel.

Und weil die Mädels doch sooooo gerne Zeit mit dem Bachelor verbringen möchten, ist es verständlich, dass gerade einmal drei der neun Rosenladys am Morgen ihren Hintern hochbekommen, um die Tür zu öffnen und die Teilnehmer des ersten Gruppendates dieser Woche vorzulesen. Der Rest hat nämlich keinen Bock.

„Ja, die anderen haben gesagt, die kommen nicht“, sagt Jaqueline S., noch bevor Staatsfeind Michèle den Brief öffnet. Ich würd‘ auch nur für Pommes aufstehen, kann ich wohl verstehen. Und während die mitgelieferten Anzüge argwöhnisch beäugt werden, fegt ein Tornado namens Linda – wer sonst – durch das Chalet. „‘N Scheiß Gruppendate!!!“, flucht sie, denn sie ist eine der auserwählten Uschis, die mit dem Bätschi in die Tiefen eines Bergwerks dürfen.

Leute, das nenne ich jetzt mal ‘n richtig fettes Traumdate. Wer will schon in Thailand in einer 5-Sterne-Bude massiert werden oder kleine Baby-Schildkröten ins Meer schieben!? Die diesjährige Bachelor-Redaktion hat scheinbar Romantik mit Löffeln gefressen und lässt die vier Zwerge und Bätschi Rosenrot deshalb in die Tiefen des Salzbergwerkes schippern. Linda macht weiterhin auf Dramaqueen, Stephie und Mimi sind mal wieder eifersüchtig und Jaqueline S. ist Deko.

Doch der schelmische Bachelor will testen, wie gut Stephie und Mimi klarkommen, schließlich sind die Beiden „befreundet“ und hatten bereits die eine oder andere Knutschhistorie mit Niko. Kurzerhand behält er also Erstere für die zweisame Fortsetzung des Dates da, um zu sehen, wie das Mimilein reagiert. Richtiger Empathie-Eumel.

Zurück im Chalet, rastet Linda dann nochmal aus, weil alles so so doof ist, sie nur zu „Opfer-Dates“ kann und sagt deshalb: „Wenn er mich das nächste Mal fragt, wieso ich so genervt ausgesehen habe, überlege ich, ob mir dann nicht wirklich die Hand ausrutscht.“ Bei so viel Ruhe und Herzlichkeit wird selbst der Dalai Lama ganz blass, ich sag’s euch.

Auf einer Bank im Bergwerk gibts noch ein wenig Geknutsche, bis der Herr der Rosen sein Schäfchen wieder nach Hause schickt. Dort wird sie von den anderen Schäfchen sehnlichst erwartet und ausgefragt, was im Anschluss denn noch passiert sei. So wirklich begeistert zeigt sich allerdings keines. „Nur ‘ne Bank?“, fragt Mimi. Das verstehe ich natürlich nicht. Ich denke, ihr seid alle da, um jede Minute mit dem Bachelor zu genießen und nicht irgendeinen Helikopter-Flug, oder habe ich das falsch in Erinnerung, Mimilein?

Das nächste Gruppendate führt auf die Zugspitze (liebe Bätschi-Mädels, zu eurer Info: Das ist das höchste Gebirge Deutschlands), weit und breit kein Mensch, denn die Normalsterblichen haben dank Corona keinen Zutritt. Mit dabei sind Esther, Karina, Michèle und Jaqueline B. Es wird gerodelt, es gibt eine Schneeballschlacht und dann – eskaliert es. Denn der unverschämte Typ wirft der armen Karina einfach mal einen Schneeball in den Nacken. „Was bist du denn für ein Asi?“, fragt Eis-Esther gespielt empört. Das ist zu viel des Guten, der Bätschi ist nun eingeschnappt. „So etwas trifft mich, weil ich genau das nicht sein möchte.“ Man reiche dem gnädigen Herrn ein Taschentüchlein.

Währenddessen ist das Lästerduo Stephmimi wieder am Tratschsüppchen kochen. Linda ist dieses Mal das Ziel der beiden Herzchen und bekommt eine ordentliche Portion Pfeffer ab. „Ich glaube ihr größtes Problem ist, dass sie sich im echten Leben über dir und mir sieht – und das hier gerade mal nicht der Fall ist“, erklärt Psychologin Stephie. Diese Worte behalten wir einmal im Kopf, denn später zeigt sich: Auch diese beiden Schnuckelhasen halten sich für etwas Besseres.

Beim Gruppendate auf der Zugspitze erhält Karina schließlich die erstmalige Möglichkeit, mit dem Bachelor allein zu sprechen. Es ist zwar das kürzeste Gespräch ever ever, doch unser Herzensbrecher lässt sich die Gelegenheit trotzdem nicht nehmen, auch hier Hoffnungen zu machen: „Du bist ziemlich präsent bei mir im Kopf. Und das ist das wichtigste, um etwas aufzubauen.“ Dann streichelt er Karina mehrfach über den Oberschenkel. Touchy-Bätschi ist wieder am Start.

Das Einzeldate der Woche, „ihr persönliches Märchen“, geht an Hannah. Sie ist bislang eher durch ihre etwas unbeholfene, jedoch direkte und freundliche Art aufgefallen – und dass das Teilen eines Döners wahre Liebe für sie bedeutet. Sympathisch, die Gute. Doch keine Konkurrenz für Mimose-Mimi, die sich scheinbar für Mega-Mimi hält.

„Ich kann mir bei denen irgendwie keine romantische Bindung vorstellen“, sagt sie lachend, und auch Stephie findet es „vollkommen in Ordnung und ganz entspannt“. Blöde Sprüche können sich die Beiden nicht verkneifen und sehen Hannah auch nicht als Konkurrenz. Diese Überheblichkeit kommt einem doch bekannt vor.

Nach dem Tripp ins Bergwerk und dem Ausflug auf die Zugspitze machen Niko und Hannah jedenfalls eine Kutschfahrt, es geht in ein Schloss. Na, geht doch, RTL. Dort schlüpfen sie in pompöse Kleidung der Zeit des Barocks, essen an einer langen Tafel, lachen, tanzen gemeinsam. Fast, aber auch nur fast, könnte man diese kitschigen, aber doch entspannten Minuten genießen. Wenn nicht immer mal wieder Linda, Mimi und Co. eingeblendet werden würden.

Doch der Date-Abend endet mit einer roten Rose für Hannah – und einem erneuten Drama für Stephmimi. Die Vorab-Rose passt Stephie nämlich so gar nicht, obwohl sich die Gute doch so sicher war, dass Hannah keine Konkurrenz sei. Mimi hingegen sieht sich weiterhin als Nummer 1: „Irgendwie glaube ich nicht, dass irgendwas so schnell das überbieten kann, was ich mit ihm hatte“ und „Trotzdem bekomme ich die letzte Rose“. Herr im Himmel, bitte nicht. Diese Frau muss das Kind von Ioannis (Bachelorette Staffel 7) und Jenny Lange (Bachelor Staffel 9) sein.

Apropos letzte Rose: Es geht endlich zur Nacht der Rosen und dieses Mal herrscht wieder richtig gute Laune. Wenn Mimis Mundwinkel noch tiefer gehen könnten, würden sie irgendwann im Erdkern hängen. Michèle springt allerdings über ihren Schatten und spricht den Bachelor an. „Du erinnerst mich jeden Abend an eine Disney-Prinzessin“, schwärmt der Rosenkavalier, der natürlich auch diese Lady total toll findet. Grund genug für Mimi, das Gespräch der Beiden zu crashen. „Wie war deine Woche ohne mich? Wie hast du das ausgehalten?“ Leute. Wo ist die Kotztüte, wenn man sie am dringendsten braucht?

Keine Kotztüte, aber ein Ticket nach Hause kassieren Eis-Esther (der „Asi“ war wohl zu viel), Jaqueline B. und Jaqueline S.

Alle Episoden von „Der Bachelor“ gibt es bei TVNOW.