02.06.2013

Mit der Sonne im Arm

Bigband und Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys in Haßbergen

Haßbergen. Seit über 20 Jahren bringt der Heimatverein mit seinem Veranstaltungsteam Kultur auf die Höfe und Scheunen in Haßbergen. Doch so schwierige Wetterverhältnisse wie beim diesjährigen „4. Haßberger Kulturpicknick“ mit Kälte und Dauerregen am vergangenen Samstag hatte das Team erstmals zu bewältigen. Mit großem Aufwand hatten die vielen Ehrenamtlichen den Hof Höltje mit seiner Fachwerkscheune in einen Theaterraum verwandelt. Um 18 Uhr eröffnete der 1. Vorsitzende, Heiko Mönch, den Abend. „Für uns ist der heutige Abend das Highlight in unserer bisherigen Veranstaltungsreihe. Der Verein hat Jubiläum und ist seit 25 Jahren kulturell rund um die Alte Kapelle aktiv. Und „Ulrich Tukur und Die Rhythmus Boys“ haben uns unseren Wunsch erfüllt, auf ihrer Deutschlandtournee ein Sondergastspiel bei unserem Kulturpicknick zu geben.

Möglich wurde das durch die Förderung des Landschaftsverbandes Weser Hunte und die Sparkasse Nienburg. Und mit viel Engagement der ehrenamtlichen Helfer, so Mönch weiter. Die NewCastleBigband aus Nienburg unter Leitung von Jens Sommerfeld spielte anschließend fetzige satte Bigbandklassiker zur Eröffnung. Arthur Sadowski am Klavier ließ beim „Basie Boogie“ von Count Basie – trotz der kalten Temperaturen – die Klaviertasten glühen. Erste Tanzpalast-Atmosphäre kam dann beim weich gespielten Flügelhornsolo von Jürgen Callies mit „Stardust“ auf. Die 16-köpfige Band brachten einen harmonischen und dynamische Klangfarben in die Arrangements und ernteten viel Applaus.

Auf dem Hof wurden die Gäste von den bunten „Schrägen Vögeln“ des Heimatvereins mit Hofknicks begrüßt, die in dem tristen grauen Regenhimmel damit ihre eigene Farbtupfer verliehen. Die Darstellung der „Sonne“ in einem goldglitzernden Gewand hatte es auch gleich Ulrich Tukur angetan, der sie schützend in den Arm nahm.

Auf der Diele des Hofes konnten die Besucher kulinarische Snacks um den Spargel genießen.

Um 19.30 Uhr traten dann Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys auf die Bühne. Gut gelaunt und mit einer unbändigen Frische zeigte Ulrich Tukur gleich alle Facetten seines außergewöhnlichen Könnens als Schauspieler und Musiker. Spontan wurden regionale Gegebenheiten in Haßbergen mit in das Programm eingebaut. Gleich der erste Titel „Großstadtlied“, den Ulrich Tukur am Flügel einleitend spielte, ließ sofort „ein Kribbeln auf der Haut“ spüren und machte von Anfang an Freude zu zu hören und mit zu gehen.

Das eigene Arrangement der Band zu „The Continental“ brachte es auf den Punkt, dass jeder der vier Musiker, die seit 1995 gemeinsam auf der Bühne stehen, eine musikalische Einheit bilden, wo jeder Ton und jeder eingeworfene Solopart passt. Dazu die schauspielerischen Einwürfe und das Spiel mit der Mimik und Gestik. Ironie und einem Faible für nostalgische Unterhaltungsmusik der Goldenen Zwanziger und Vorkriegsjahre waren von der Band bei „Bongo, Bongo“ und „Wenn ein Mädchen A sagt“ zu spüren.

Die in unterschiedlichen Farbtönen beleuchtete Scheune gab diesem Konzert zusätzlich eine besondere Noten in einem außergewöhnlichen Raum diesen Abend – trotz der Kälte – zu erleben. Wunderschön war dann der Titel „Zwei in einer großen Stadt“. Viele Texte treffen die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen heute genau so wie in den 20er und 30er Jahren. Die Musiker Ulrich Mayer, Gitarre/Gesang und Schlagzeuger Kalle Mews sowie Günter Märtens am Bass spielten ihr Können als Schauspieler und Musiker, eingebunden in „klein und groß“ aus. Genial der Schauspieler und Musiker Kalle Mews, der Urwald- und Tiergeräusche in allen Facetten einwarf. In der komplett ausverkauften Kulturscheune wurde Ulrich Tukur mit seiner Band erst nach etlichen Zugaben und viel Applaus vom Publikum von der Bühne entlassen.

Ein außergewöhnlicher Abend, der im außergewöhnlichem Ambiente des Hofes Höltje zehn Grad mehr an Temperatur durchaus verdient gehabt hätte, so Heiko Mönch abschließend. DH

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Erstellt:
2. Juni 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 53sec

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