Stefan Schwiersch DH

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Mit sportlichen Grüßen

Von Stefan Schwiersch

Früher mischte man ein Bier mit etwas Brause und hatte dann ein Alster oder meinethalben auch ein Radler – seit jeher eine beliebte Alternative zum puren Gerstensaft, nicht nur an heißen Sommertagen. Doch irgendwann kam der Tag, an dem die Nahrungs- und Genussmittelindustrie begann, komplett verrücktzuspielen und alles zusammenzumixen, was in den Bottich passt. Das begann ja noch ganz harmlos: Bier-Mixe gibt es heute in der Kombination mit Kaktusfeige, Granatapfel, Grapefruit oder Holunder, und es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis in den Szene-Klubs der Metropolen die Geschmacksnote Knoblauch-Krokant angeboten wird. Neue Produkte gibt‘s natürlich auch in essbarer Form. Der Pizzaburger ist so eine neumodische Erfindung. Und obwohl ich Fertiggerichte nicht kategorisch ablehne (zum Leidwesen meiner Frau), traue ich mich an den Ofenzwitter nicht ran.

Der Kombinationswahnsinn geht jedoch über Essen und Getränke hinaus. Die Industrie wirft immer neue Produkte auf den Markt, bei denen in manchen Fällen nicht eindeutig erkennbar ist, ob sie nicht besser ausschließlich am 1. April verkauft werden sollten. Ein solches Beispiel fand ich jetzt zuhause in der Dusche.

Vorwegschicken möchte ich: In Sachen Duschgels bin ich relativ unspektakulär konstituiert, es darf gerne Nivea sein, die Duftnote „Honey & Milk“ hat mir neulich ganz gut gefallen; Kleopatra soll ja auch in Milch und Honig gebadet haben. Aber irgendwie muss meine Gattin daraus die falschen Schlüsse gezogen haben. Die „CD-Duschschorle Rhabarber“ wurde jedenfalls sofort wieder verbannt, und auch die im Handel erhältlichen Variationen „Wasserlilie“, „Sanddorn“ und „Kirschblüte“ kommen mir nicht ins Haus. Ich halte es da ein Stück weit wie Mario Barth: Aubergine ist keine Farbe, sondern Gemüse.

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Erstellt:
7. April 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

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