Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Mit sportlichen Grüßen

Die Geister, die ich rief, werde ich nicht mehr los. Ich hielt es vor einigen Wochen für eine nette Idee, den beiden Prinzessinnen (unsere Erstgeborene und ein Nachbarskind) morgens auf dem Weg zum Kindergarten „Laudato si“ vorzuspielen, und seitdem wollen die beiden das Lied jeden, wirklich jeden Morgen hören … Daran ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes, schließlich ist „Laudato si“ eines der traditionellsten Kirchenlieder überhaupt und weltweit bekannt, es ist, sagt das Internet, „der Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi“. Und insofern müssten mir die Kindergärtnerinnen der „Clemensspatzen“ in Marklohe eigentlich auf die Schulter klopfen, es ist ja eine Einrichtung des evangelischen Kirchenkreises. Aber: Bei uns im Auto läuft jeden Morgen die etwas modernere Variante von Mallorca-Schlagerstar Mickie Krause. Die ist ein wenig poppiger und eingängiger, kann nach mehrmaligem Hören aber durchaus die Nerven des Fahrers strapazieren. Aber am Ende setzen sich ja doch die Kiddis durch, wem sag ich das.

Meiner Frau ist die morgendliche Prozedur nicht so recht. Zwar war sie es, die unseren beiden Kindern früh die Tür zur Musik geöffnet hat, beide nahmen schon mit Begeisterung an einem VHS-Kurs namens „Musikzwerge“ teil. Aber meine Frau fürchtet, dass Emmy und Nachbarskind Mara eines Tages durch den Kindergarten tanzen und dabei trällern: „Sei gepriesen für Urlaub und Safari! Sei gepriesen für Opel und Ferrari! Sei gepriesen, denn du bist wunderbar! Yeah!“

Ich bin bereits dabei, sanft gegenzusteuern. Denn im Repertoire der Unterhaltungsmusik findet sich in unserem Auto neben den größten Hits des Herrn Krause in direkter Nachbarschaft das Album „Roland Kaiser – seine größten Hits.“ Und seitdem ich den Godfather des deutschen Schlagers regelmäßig laufen lasse, singt die erstgeborene Dreijährige mit wachsender Begeisterung: „Santa Maria – Insel die aus Träumen geboren – ich hab meine Sinne verloren – in dem Fieber, das wie Feuer brennt.“

Hmm, vielleicht sollte ich es demnächst aber auch nochmal mit dem eher unverfänglichen Rolf Zuckowski versuchen. Aber der läuft zuhause schon rund um die Uhr. „Winterkinder können stundenlang am Fenster stehen …“ Da ist irgendwann auch eine Schmerzgrenze erreicht.

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Erstellt:
25. Januar 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 07sec

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