Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

14.12.2014 Von Matthias Brosch

Mit sportlichen Grüßen

Die Realschule Nienburg ist „Sportfreundliche Schule“. Sie bekam als Sekundarstufe-I-Schule (Klassen fünf bis zehn) eine Auszeichnung, die ansonsten vor allem Grundschulen erhalten – dazu kann nur gratuliert werden. Drei Jahre ist die Landesauszeichnung gültig. Dennoch hing über der Feierstunde in der Meerbachhalle (Bericht auf dieser Seite) ein Hauch von Traurigkeit. Schließlich ist das Ende der Realschule Nienburg seit Mitte des Jahres beschlossene Sache – noch eine Einschulung im nächsten Sommer, dann wird „abgeschult“; es wird also Jahr für Jahr einen Jahrgang weniger geben. Die Stadt will ihr Schulangebot neu aufstellen und verzichtet künftig auf Haupt- und Realschulen. In der nächsten Woche endet eine Elternbefragung, die helfen soll, eine gewollte (Konsens)-Schulform zu finden. Es können zwar fünf Kreuze gemacht werden, aber im Grunde stehen nur zwei Vorgaben zur Abstimmung.

Selbst wenn alle Eltern ihr Kreuz beim Gymnasium setzen, würde die Stadt Nienburg sicherlich kein drittes Gymnasium bauen. Und wer sein Kreuz bei der Integrierten Gesamtschule (IGS) des Landkreises setzt, hilft dem Abstimmungsergebnis kaum weiter. Die einzige Frage, die wirklich bleibt: Soll es in Nienburg die erste Oberschule geben oder ist eine zweite IGS gewünscht?

Aus Gesprächen mit vielen Eltern, deren Nachwuchs den Kindergarten oder die zweite oder dritte Klasse besucht, weiß ich, dass viele den Weg ihrer Töchter und Söhne noch überhaupt nicht abschätzen können. Sie entscheiden also in das Blaue hinein. Auf eine Oberschule oder IGS ist selbst kaum jemand gegangen, wie also kompetent darüber entscheiden?

Vielleicht sollten lieber die Lehrerinnen und Lehrer befragt werden, die künftig auf der politisch gewollten neuen Schulform in Nienburg unterrichten dürfen? Denn eines ist klar: Jede Schule kann maximal so gut sein wie diejenigen, die dort täglich arbeiten. Es bleibt zu hoffen, dass das engagierte Kollegium der Realschule Nienburg und deren Ideen transportiert werden können.

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Erstellt:
14. Dezember 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 57sec

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