Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Mit sportlichen Grüßen

Der Zahn der Zeit nagt an meinen Augen. Okay, das ist kein allzu appetitliches Bild, ändert aber nichts daran, dass ich seit einer Woche eine Brille trage. Ich tippe mal, dass ich genetisch vorbelastet bin, denn mein Vater trägt bereits seit jungen Jahren eine Brille, meine beiden Brüder ebenso. Nun war ich also dran, weil es mir immer schwerer fiel, nach einem Arbeitstag vor dem Computer abends noch das Kleingedruckte im Videotext zu lesen. Erstaunlich ist aber, wie wenigen Leuten mein neues Nasenfahrrad aufgefallen ist. Selbst meine liebe Mama musste ich anstupsen: „Fällt Dir nichts auf?“ – „Doch, ich wollte gerade fragen.“ Na klar.

Vielleicht liegt es daran, dass eine Brille auf der Nase heute einfach etwas nahezu Selbstverständliches ist. 40 Millionen Deutsche über 16 Jahre tragen eine Brille, 67 Prozent der Frauen, 59 Prozent der Männer.

Ich bin übrigens noch in der Gewöhnungsphase, noch sitzt da ein Fremdkörper auf der Nase. Aber ich freue mich über manch nette Bemerkung: „Mensch, jetzt siehste aber schlau aus!“ Und bin sehr dankbar, noch nicht als Brillenschlange oder Vierauge gehänselt worden zu sein. Im Grundschulalter ist mir das des Öfteren bei Mitschülern herausgerutscht, wofür ich mich nun nachträglich entschuldigen möchte.

Eine vermutlich angeborene Hornhautverkrümmung plus ein „altersbedingtes“ (schreckliches Wort!) Nachlassen der Sehkraft ha-

ben nun dazu geführt, dass ich zum Optiker gegangen bin, mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden. Und erleich-

tert über diese Erkenntnis: Dass beim Fußball bisher stets zwei Drittel meiner Pässe beim Gegner landeten, kann nur mit dieser Hornhautverkrümmung zu tun gehabt haben. Gott sei Dank. Ich hatte schon die Sorge, es hätte mit meinen Füßen zu tun …

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Erstellt:
16. November 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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