Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

22.12.2013 Von Matthias Brosch

Mit sportlichen Grüßen

Was für eine schreckliche Vorstellung: Jemand weiß, was nicht veröffentlicht wurde, kennt aber die Gedanken und Formulierungsversuche. Wahrlich eine schreckliche Vorstellung – gerade für uns, die Berufsschreiber der Harke-Sportredaktion. Natürlich wäre ich neugierig, was die Kollegen nebenan gerade in die Tasten hauen. Ich kann es nicht sehen, bekomme erst ihr Produkt nach Fertigstellung des Artikels zu sehen. Sprache kann zu Missverständnissen führen, Sprache kann verletzten – von daher legen wir Sorgfalt in unsere Formulierungen. Sicherlich liegen wir auch manchmal daneben, was uns am meisten ärgert.

In Zeiten, als die Computer weniger stabil liefen, ist es häufiger vorgekommen, dass Texte nach einem Absturz verschwunden waren. Nachdem der Ärger vorüber war und alles nochmals getippt werden musste, stellten viele meiner Kollegen und ich fest, dass die zweite Version im Grunde sogar besser klang. Das liegt daran, dass die Gedanken vor dem Schreiben geordnet waren. Diese „doppelte Zeit“ haben wir nicht häufig – und manchmal wünsche ich mir einen Absturz meines Rechners herbei …

Jemand weiß, was nicht veröffentlicht wurde – das gibt es übrigens wirklich! Und nicht überraschend steckt „Facebook“ dahinter. Der Internet-Netzwerkdienst liest unveröffentlichte Post mit – also die Mitteilungen, die zwar in die Computer-, Handy- oder Smartphone-Tasten getippt wurden, aber meist aus gutem Grund nicht den Freunden oder der allgemeinen Öffentlichkeit präsentiert wurden. Selbstzensur ist also unmöglich.

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Erstellt:
22. Dezember 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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