Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

01.09.2013 Von Matthias Brosch

Mit sportlichen Grüßen

Deutsche bleiben gerne zu Hause, schauen Fernsehen und telefonieren gemütlich daheim auf dem Sofa – dieses Bild zeichnete in dieser Woche eine Umfrage zum Freizeitverhalten. „Und was ist mit dem Sport?“, fragte ich mich und schaute mir die Ergebnisse genauer an. Ich muss vorwegschieben, dass ich Studien immer skeptisch gegenüberstehe, weil mir zu oft falsche Schlüsse aus vorgelegtem Zahlenmaterial gezogen werden. Beispielsweise sagen die erhaltenen Gelben, Gelb-Roten und Roten Karten selten etwas über das Fairplay von Fußballmannschaften aus. Schließlich hat jede Karte ihre Geschichte – und von daher rate ich immer, den Einzelfall zu betrachten und sich mit Pauschalurteilen zurückzuhalten.

Zurück zur Umfrage zum Freizeitverhalten, nachzulesen auf www.freizeitmonitor.de: Dort gaben 35 von 100 Befragten an, dass sie mindestens einmal pro Woche „Sport treiben“. Interviewt wurden 3000 Personen ab 14 Jahren. Im Vergleich zu den Top-10-Aktivitäten von Fernsehen (96) bis Ausschlafen (64) ist das für den Sport zwar ein geringer Wert, aber beim Betrachten der anderen Kategorien vermisse ich die Klarheit in der Fragestellung. Vielleicht finden sich auch „Sportler“ bei denjenigen wieder, die mit „Hobby“ (33), „Fahrrad fahren“ (33) oder „in einem Verein aktiv sein“ (22) geantwortet haben.

Außerdem: Welche Aussagekraft haben die Werte hinter den Aktivitäten überhaupt? Wenn 96 Befragte geantwortet haben, dass sie mindestens einmal pro Woche den Fernseher einschalten, sagt das doch nichts über den Konsum und den Anteil an den statistisch ermittelten 3,49 Stunden Freizeit aus. Schließlich ist es etwas anderes, ob ich um 20 Uhr für die „Tagesschau“ das Gerät eine Viertelstunde einschalte oder ob der Kasten vor sich hinflimmert und Zapping betrieben wird.

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Erstellt:
1. September 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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