Matthias Brosch Die Harke

Matthias Brosch Die Harke

12.05.2013 Von Matthias Brosch

Mit sportlichen Grüßen

In dieser Woche erreichte mich eine Bitte: Ich möge darauf verzichten, Friedhelm Gaede in unseren Harke-Artikeln als Feuerwehrtrainer zu titulieren. Er sei schlichtweg ein Trainer und gut. Schließlich springe er nicht nur für ein paar Spiele beim abstiegsbedrohten Fußball-Bezirksligisten TSV Wietzen ein, sondern hätte schon sieben Spiele hinter und noch drei vor sich. Und außerdem könnte den erfahrenen Trainer diese Bezeichnung stören und ihn womöglich sogar herabwürdigen. Ich versprach auf der Stelle, der Bitte meines Gegenübers nachzukommen. Grundsätzlich hätte ich gern die Diskussion geführt, ob der Feuerwehrtrainer aber nicht doch der passende Begriff sei. Meine Wahl fiel auf Feuerwehrtrainer, weil Friedhelm Gaede bei seinem Amtsantritt sein Dienstende zum Saisonende angekündigt hatte. Und darüber hinaus sprach für die Verwendung von Feuerwehrtrainer die Entstehung des Begriffs: Jemand wird gerufen, um einen Brand zu lösen, was im Fußball meist mit der Rettung vor dem Abstieg einhergeht. Und jemand, der einen Brand löscht, ist – das weiß jedes Kind: ein Feuerwehrmann.

Feuerwehrmann und einspringender Fußball-Trainer macht Feuerwehrtrainer. Klingt doch besser als Interimscoach oder Übergangslösung, was den Nachhall von einer Aushilfe hat, da kein Besserer zu finden war beziehungsweise niemand sofort das volle Vertrauen aussprechen wollte. Einfach nur Trainer zu schreiben, ist sicherlich die unverfänglichste Variante. Zumal es für keinen Trainer dieser Welt eine Jobgarantie gibt – selbst Erfolg sichert nicht den Platz an der Seitenlinie, was schon Trainer von der Bundesliga bis zur 3. Kreisklasse erfahren mussten.

Wenn der Feuerwehrtrainer nach seiner erfolgreichen Mission bleibt und quasi als Brandwache weiterarbeitet (was trotz anderer Planung häufig vorkommt), dann verwandelt er sich natürlich automatisch in einen Trainer, weil es zur neuen Saison ja nichts zu löschen geben sollte und er nicht gerufen wurde.

Übrigens: Eine Studie besagt, dass ein Trainerwechsel im Fußball eine positive Wirkung in den ersten zehn Spielen unter der neuen Regie entfacht, statistisch gesehen gibt es drei Punkte mehr auf dem Konto. Aus diesem Blickwinkel betrachtet müssten wir den Trainer Friedhelm Gaede eigentlich schon jetzt als Wunderbringer oder Retter lobpreisen. Das will er allerdings bestimmt nicht hören, „weil noch nichts erreicht ist“, um mit seinen Worten zu enden.

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Erstellt:
12. Mai 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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