Mit sportlichen Grüßen

Mit sportlichen Grüßen

Benjamin Gleue

Was wäre der Fußball ohne Spitznamen? Tschechiens Nationalspieler Tomas Rosicky wird mehr oder weniger liebevoll „Schnitzel“ gerufen. Während seines Engagement bei Borussia Dortmund bekam der Ballzauberer diesen Beinamen verpasst, weil ein Journalist zu dem schmächtigen Tschechen sagte: „Junge, iss doch mal ein Schnitzel.“ Bei der Europameisterschaft gibt es zahlreiche dieser „Liebkosungen“. Spaniens Raúl Albiól wird von seinen Teamkollegen „Chori“ gerufen – „Paprikawürstchen“. Sein Mitspieler Fernando Torres bekam den Beinamen „El Niño“ – das Kind – verpasst. Der Name ist durchaus treffend. Der 28-jährige Stürmer wirkt mit seinen Milchbubengesicht tatsächlich wie ein Schüler. Der Däne Nicklas Bendtner hat den Nickname „Quick Nick“, ein überaus treffender Spitzname. Schließlich wurde der Offensivspieler schon mehrfach wegen zu schnellen Fahrens bestraft, musste sogar schon seinen Führerschein für vier Wochen abgeben.

Bei der deutschen Nationalelf ist man nicht sonderlich kreativ. Vorbei sind die Zeiten von „Tante Käthe“ (Rudi Völler) oder dem „Bomber“ (Gerd Müller). Heute spielen „Poldi“ (Lukas Podolski), „Miro“ (Miroslav Klose), „Schü“ (André Schürrle und „Gündo“ (Ilkay Gündogan). Kicker ohne Spitznamen gibt es indes kaum.

Auch während meiner eigenen Karriere in der Jugend hatten wir fast jedem einen treffenden Beinamen verpasst – unter anderem spielte „Stokel“ gegen „Jochen“. Dabei war „Jochen“ natürlich nur die Kurzform von „Stolperjochen“. Auch „Giftzwerg“ spielte und grätschte in meiner Mannschaft. Mein eigener Spitzname? Man nannte mich „Schleicher“. Damit trafen meine Mitspieler voll ins Schwarze: Laufen war nie meine Stärke.

Benjamin Gleue