Benjamin Gleue

Benjamin Gleue

16.04.2012

Mit sportlichen Grüßen

Die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wirft ihre Schatten voraus. Und zwar in Form kleiner Klebebildchen. Seit Jahrzehnten sammeln Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene die Sticker zu den Fußball-Großereignissen. Dann sind sie wieder zu beobachten: Die leuchtenden Augen beim Aufreißen der kleinen Tütchen und die enttäuschten Blicke, wenn man zum gefühlt 25. Mal den gleichen Sticker findet. Auch ich bin seit meiner Jugend ein begeisterter Sammler und Jäger der kleinen Bildchen. Alles begann zur Weltmeisterschaft 1990. Meine ganze Klasse, zumindest die Jungs, waren dem Sammelwahn verfallen. Wie wohl jeder legte auch ich mein Hauptaugenmerk auf das Organisieren eines Tauschmarktes. In den Pausen, oft aber auch während des Unterrichts drehte sich alles um die Bildchen. Dem Ziel, das Album zu vervollständigen, wurde alles andere untergeordnet. Wohl auch einige Male zum Leidwesen meiner Eltern und Lehrer. „Ich habe Lothar Matthäus doppelt, brauche aber Maradona.“ So oder so ähnlich lautende Aussagen waren an allen Ecken zu hören. Schon im Schulbus wurde wie wild getauscht. Am Ende sehr erfolgreich, ich hatte mein Album als Erster komplett. Ein unbeschreiblicher Glücksmoment.

Heute ist es sehr viel einfacher, die fehlenden Sticker aufzutreiben. Im Internet gibt es Tauschbörsen. Bei einem Internetauktionshaus kann man sogar komplette Alben erwerben. Aber ist das der Sinn der Sache? Das größte Erfolgserlebnis war es doch, einen der begehrten Sticker endlich ins Album einkleben zu können. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Sammeln! Ich werde wohl auch wieder dabei sein.

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Erstellt:
16. April 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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