Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Mit sportlichen Grüßen

Wir Zeitungsleute müssen manchmal Probleme lösen, von denen die meistern Leser gar nicht erahnen, dass sie überhaupt existieren. Ein Beispiel: Altersklassen-Bezeichnungen. Im Handball-Nachwuchs gibt es Klassen, die nennen sich „Männliche C-Jugend Regionsoberliga“. Problem: Diese Spielklassenbezeichnung passt schlichtweg nicht in unsere orangen Tabellenlogos, also muss improvisiert, muss fies gekürzt werden. „ROL C-Junioren“ – das passt gerade so, aber außerhalb des Handballs weiß kein Mensch, was das bedeuten soll. Auch beim Deutschen Leichtathletikverband (DLV) haben sich gewiss kluge Leute erst neulich etwas dabei gedacht, als sie die Bezeichnungen von Jugendklassen geändert haben. Zu schade nur, dass sie die Chance versäumten, schlanke Bezeichnungen einzuführen. Was sich bisher C- und D-Schüler nannte, das heißt nun „männliche Kinder“ und „weibliche Kinder“. Ich versuche das gerade zu verinnerlichen. Und sollte demnächst mal jemand in den Kinderwagen unserer Tochter Emmy schauen und fragen: „Oh, was ist es denn?“, dann werde ich antworten: „Es ist ein weibliches Kind.“

Dabei ist doch die Lösung – im Grunde für alle Sportarten – so einfach.Im Fußball und im Badminton kennt man längst Altersklassen wie U8, U10 oder U12. Um Geschlechter zu unterscheiden, nutzt man einfach zwei selbsterklärende Buchstaben, also M10 für maximal zehnjährige Männlein oder W11 für maximal elfjährige Weiblein.

Vielleicht sollten die Damen und Herren vom DLV mal bei den deutschen Behörden nachfragen, denn die wissen genau, wie man knackig und sinnvoll abkürzt. Schließlich weiß doch jedes Kind, dass sich hinter der amtsüblichen Bezeichnung „WoPDV“ nichts anderes verbirgt als die „Verordnung zur Durchführung des Wohnungsbau-Prämiengesetzes“.

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Erstellt:
26. Februar 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 48sec

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