In der Fußball-Bundesliga gibt es immer mehr mit dem Coronavirus infizierte Spieler. Foto: Igor Link - stock.adobe.com

In der Fußball-Bundesliga gibt es immer mehr mit dem Coronavirus infizierte Spieler. Foto: Igor Link - stock.adobe.com

Nienburg 26.10.2020 Von Syam Vogt

Mit zweierlei Maß gemessen

Die Coronaverordnungen und -bestimmungen ändern sich stetig, kaum ein aktiver Sportler, sei es auf Profi oder Amateurebene, weiß verbindlich, was gerade erlaubt ist und was nicht. Auch in der Fußball-Bundesliga gibt es immer mehr infizierte Spieler, bei fast jedem Verein gab es bereits auf Covid-19 positiv getestete Akteure: beispielsweise Nadiem Amiri (Bayer Leverkusen), Emre Can, Manuel Akanji (beide Borussia Dortmund) und seit neustem auch Felix Agu vom SV Werder Bremen. Der Neuzugang vom VfL Osnabrück hatte sich laut den Aussagen des sportlichen Leiters der Grün-Weißen, Frank Baumann, immer vorbildlich verhalten, aber sich im privaten Umfeld angesteckt.

Auch sein „Buddy“ und Zimmerkollege Tahith Chong wurde nach der Bekanntgabe von Agus Coronafall als Kontaktperson der Stufe eins eingeordnet, für ihn wurde ebenfalls eine 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet. Nachdem bei Agu die ersten Symptome eintrafen, änderte sich der Status Chongs und er durfte die Quarantäne verlassen – was sich mir aber keinesfalls erschließt.

Auch der Fall Serge Gnabry wirft Fragen auf; der Nationalspieler des Rekordmeisters FC Bayern München darf auch nach einem zweiten negativen Testergebnis seine Quarantäne nicht verlassen. Es wird also mit zweierlei Maß gemessen. Bei heimischen Fußballern, bei den ebenfalls Quarantänefälle angeordnet werden, muss die gesamte Mannschaft isoliert werden, warum dann nicht auch die Bundesliga-Profis?

Zudem finde ich es vermessen, das öffentliche Leben, wie es in Nachbarkreisen bereits der Fall ist, wieder deutlich herunterzufahren, auf der anderen Seite aber den laufenden Sportbetrieb im Amateurbereich weiter aufrecht zu erhalten. Ich freue mich über jedes Spiel, über das ich schreiben darf, aber gerade beim Fußball kommen am Sonntagnachmittag viele Menschen aus unterschiedlichsten Kreisen zusammen, viele potenzielle Corona-Hotspots.

Von daher wird auch bei diesem Thema mit zweierlei Maß gemessen: Auf der einen Seite werden für Gastronomien Sperrstunden angeordnet, auf der anderen Seite wird vorerst entschieden, dass der Amateursport auf sämtlichen Ebenen weiterlaufen soll.

Zum Artikel

Erstellt:
26. Oktober 2020, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.