Mobile Anlage schafft richtig Platz

Mobile Anlage schafft richtig Platz

Abwassermeisterin Bianca Nitsch freut sich über die Anschaffung einer mobilen Entwässerungsanlage. Foto: Heckmann

Mit einer mobilen Entwässerungsanlage will der Kreisverband für Wasserwirtschaft das Volumen des in „seinen“ Kläranlagen anfallenden Klärschlamms drastisch reduzieren. Das soll sicherstellen, dass die vorhandenen Lagerkapazitäten für den Schlamm ausreichen. Darüber wird in einer Pressemitteilung informiert.

Mit der neuen Dünge-Verordnung gelten strenge Regeln, die das Ausbringen des Schlamms auf landwirtschaftliche Flächen deutlich einschränken. Abwassermeisterin Bianca Nitsch ist zuständig für alle sieben vom Kreisverband betreuten Kläranlagen: „„Einfach gesagt, die Zeiträume für die Ausbringung von Klärschlamm haben sich reduziert.“

Jenseits dieses Zeitfensters müssen die Schlämme gelagert werden. Da die entsprechenden Kapazitäten aber begrenzt sind, will man das Volumen des Schlamms mittels Entwässerung reduzieren: Je trockener der Schlamm, desto geringer das Volumen. Dazu dient künftig eine mobile Entwässerungsanlage von der Größe eines Lkw-Aufliegers.

„Normalerweise sind im Klärschlamm nur rund drei Prozent Festanteile enthalten. Mit dieser Anlage ist es problemlos möglich, den Feststoffanteil auf bis zu 25 Prozent zu erhöhen“, sagt Nitsch. Das funktioniert in der rund 470.000 Euro kostenden Maschine in erster Linie mittels einer leistungsstarken Zentrifuge. Was hinten herauskommt, riecht nicht mehr wie das Ursprungsprodukt und sieht nicht wie Schlamm aus, sondern wie schwarze Erde.

Das ist eine ausgesprochen sinnvolle Investition.

Bianca Nitsch, Abwassermeisterin

Eineinhalb Jahre lang habe man sich beim Kreisverband intensiv mit verschiedenen Entwässerungsmöglichkeiten befasst, Miet-Anlagen getestet und sich am Ende für eine mobile Anlage entschieden. Dank der Maschine könne man die am jeweiligen Standort vorhandenen Lagerkapazitäten optimal nutzen. Gleichzeitig bleibe man flexibel, um die Schlämme weiter als Dünger auszubringen oder alternative Verwertungswege zu nutzen.

Doch auch, wenn der Kreis-Nienburger Klärschlamm – infolge weiter verschärfter Richtlinien – ab Mitte des Jahrzehnts in Hildesheim verbrannt werden soll, ist die Anlage keineswegs überflüssig, so Nitsch: „Ganz im Gegenteil. Die Volumenreduktion ist Voraussetzung für den Transport zur Verbrennungsanlage. Und weniger Volumen bedeutet auch weniger Lieferverkehr. Außerdem kann das Substrat vor Ort dann mit Prozesswärme soweit vorgetrocknet werden, dass die Verbrennung möglich ist. Man benötigt für die Trocknung keine Primärenergie.“

Die Anlage kommt an den vom Verband betreuten Kläranlagen zum Einsatz. Man werde sie bei Bedarf aber auch Nachbarkommunen zur Verfügung stellen. „Das ist eine ausgesprochen sinnvolle Investition“, ist Nitsch überzeugt.