Monk lässt grüßen!

Monk lässt grüßen!

Timo Schwiersch DH

Alles muss seine Ordnung haben. Die Lautstärke beim Fernseher muss immer eine gerade Zahl sein, die Magnete an meinem Whiteboard müssen symmetrisch und nach Farbe angeordnet sein und beim Fürst-Pückler-Eis esse ich immer erst Schoko, dann Vanille, dann Erdbeer. Umgangssprachlich nennt man so etwas einen „Tick“ oder einen „Spleen“. In der Fachsprache klingt es etwas bedrohlicher: „Zwangsstörung“. Da bevorzuge ich eher die englische (und im Internet weitaus gebräuchlichere) Bezeichnung „OCD“ – obsessive-compulsive disorder.

Und ich bin damit nicht allein. Fast jeder Mensch hat irgendwelche Ticks, die manchmal mehr, manchmal weniger den jeweiligen Alltag beeinflussen oder gar bestimmen. Wer von euch hat beim Spazierengehen schon einmal darauf geachtet, nur auf die Gehwegplatten zu treten und nicht auf die Fugen? Wer war schon einmal irgendwo zu Besuch und hat die Rolle Toilettenpapier umgedreht, weil sie zur Wand hin abrollte? Oder wer hat schon einmal bei Fremden ein Bild, das leicht schief hängt, versucht gerade zu rücken? Loriot lässt grüßen.

Mein Kollege [DATENBANK=6513]Oliver[/DATENBANK] nutzt das Wissen über meinen zwanghaften Hang zu Symmetrie und Ordnung übrigens schamlos aus. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass er die Magnete meines Whiteboards durcheinander bringt, unvollständige geometrische Formen daran malt, oder einfach seinem kahlen Hinterkopf ans Fenster meines Büros drückt, damit ich nur Sekunden nachdem er gegangen ist, aufspringen und das Fenster putzen muss.

Auch im Alltag begegne ich immer wieder Situationen, wo ich den starken Wunsch nach einer Korrektur verspüre. Im Urlaub stieß ich in einem Museum auf eine Deckenluke, die – vermutlich nach einer Wartung – verkehrt herum wieder angebracht wurde. Ich war kurz davor, jemanden um einen Schraubenzieher zu bitten. Aber auch viele Kleinigkeiten lösen in mir ein Unbehagen aus. Zum Beispiel wenn jemand etwas schief schneidet oder faltet. Ein paar Beispiele liefert das anhängende Video.

Aber genug von mir. Jetzt kommen wir zu euch. Ich bin gespannt, welche Ticks ihr so habt. Raus mit der Sprache. Aber bitte einer nach dem anderen und nach Vornamen sortiert.