Unberingter Moorentenerpel mit ausgewildertem Weibchen. NABU/Florian Melles

Unberingter Moorentenerpel mit ausgewildertem Weibchen. NABU/Florian Melles

Steinhuder Meer 08.09.2017 Von Die Harke

Moorente breitet sich aus

Wiederansiedlungsprojekt zeigt Wirkung: NABU verzeichnet wieder Bruterfolg am Steinhuder Meer / Sichtungen an den NABU melden

Der [DATENBANK=4921]NABU Niedersachsen [/DATENBANK]vermeldet auch in diesem Jahr Bruterfolg im Wiederansiedlungsprojekt der Moorente am [DATENBANK=3472]Steinhuder Meer[/DATENBANK]. Es gelang demnach die Sichtung von unberingten Jungtieren im Naturschutzgebiet Totes Moor sowie in einem Gewässer in Wunstorf. „Anders als in den Jahren 2015 und 2016, als bereits im Juni junge Moorenten gesichtet wurden, gelang dies in diesem Jahr erst Anfang August“, erklärt Florian Melles, NABU-Projektleiter. So sei zu Beginn des Monats jeweils ein bereits ausgewachsenes Jungtier im Naturschutzgebiet Totes Moor und auf einem innerstädtischen Teich in Wunstorf beobachtet worden. Da beide Tiere keine Fußringe tragen, die im Wiederansiedlungsprojekt bei allen ausgewilderten Moorenten obligatorisch sind, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Nachwuchs, der im Umfeld des Steinhuder Meeres geschlüpft ist.

„Auch wenn diese Sichtung im Vergleich zu den Vorjahren recht spät erfolgte, so sind wir immer davon ausgegangen, dass die Moorenten auch 2017 wieder in freier Wildbahn brüten“, erklärt [DATENBANK=2599]Florian Melles[/DATENBANK]. Da sich die Moorenten zum Brüten an abgelegene Gewässer in den Schutzgebieten zurückziehen, ist es dem NABU zufolge wahrscheinlich, dass erfolgreiche Brutversuche übersehen werden. Von weiteren Jungtieren gehen die Experten deshalb aus: „Es ist kaum noch festzustellen, an welchen Gewässern die Jungtiere geschlüpft sind, da diese inzwischen größtenteils fliegen können.“

Neben den beiden gesichteten Jungtieren konnte Mitte August ein Erpel ohne Fußringe in den Meerbruchswiesen bei Rehburg beobachtet werden. Es handelt sich wohl um ein ausgewachsenes Tier, das schon im Jahr 2016 oder vorher geschlüpft ist. „Die Beobachtung eines ausgewachsenen und nicht beringten Tieres im Umfeld des Steinhuder Meeres zeigt nicht nur, dass die Moorente hier erfolgreich brütet, sondern auch, dass einige Tiere auch für längere Zeit im Gebiet bleiben und scheinbar gut zurechtkommen. Die Qualität der Lebensräume, etwa hinsichtlich ihres Nahrungsangebotes und der Verfügbarkeit geeigneter Nistplätze, scheint für eine mittelfristig erfolgreiche Wiederansiedlung der Moorente zu sprechen“, sagt der NABU.

Damit die Moorente am Steinhuder Meer aber eine selbsterhaltende Population aufbauen kann, muss die Zahl der erfolgreich brütenden Tiere noch höher liegen. Um dies zu erreichen sind auch für die nächsten zwei bis drei Jahre noch Auswilderungen geplant. Der NABU Niedersachsen führt das Projekt „Wiederansiedlung der Moorente am Steinhuder Meer“ im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministeriums seit 2012 durch.

Beobachtungen von Moorenten können weiterhin gern unter der Rufnummer (05027) 9672 an den NABU gemeldet werden. Dort werden auch Fragen zu den Tieren und zum Wiederansiedlungsprojekt beantwortet.

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Erstellt:
8. September 2017, 21:00 Uhr
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