HamS-Redakteurin Edda Hagebölling DH

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Mordgedanken

Überhaupt nicht gut sind die Wetterprognosen für dieses Wochenende. Nieselregen und Temperaturen im einstelligen Bereich.

Besonders schade ist das natürlich für diejenigen, die für heute eine Großveranstaltung vorbereitet haben. In Stöckse ist beispielsweise Antikmarkt, in Stolzenau, Loccum und Marklohe wird Herbstmarkt gefeiert, Hof Frien lädt bereits zum Adventsmarkt ein. Ein bisschen ärgerlich ist das Wetter aber auch für diejenigen, die sich fest vorgenommen haben, endlich dem ganzen Laub im Garten zuleibe rücken zu wollen.

Werden auch Sie regelmäßig im Herbst von (Baum-) Mordgedanken heimgesucht, wenn Sie zum 35. Mal das Laub unter Ihrem Kirschbaum zusammenharken? Zum Glück vergehen diese in ebenso schöner Regelmäßigkeit wieder, sobald die Berge von Blättern in Säcken verstaut und zur Grüngutannahme verfrachtet sind. Allerspätestens im Frühjahr, wenn Kirsche, Apfel, Pflaume & Co anfangen zu blühen, ist man unendlich froh darüber, die Mordgedanken nicht in die Tat umgesetzt zu haben.

Unbedingt in die Tat umgesetzt werden soll aber in diesem Herbst und Winter das Vorhaben, das eine oder andere Racletteessen zu veranstalten. In meinen Augen der Inbegriff von Gemütlicher Geselligkeit.

Gemütlich und gesellig ging es Mitte der Woche auch in Vogelers Haus in Holtorf zu. Völlig einmütig wurde dort Cornelia Feske in ihrem Amt als Ortsbürgermeisterin bestätigt. Bei der Kommunalwahl am 11. September hatte sie 1015 Wählerstimmen auf sich vereinen können.

„Sollen die Wähler für dumm verkauft werden?“, fragte im weiteren Verlauf der Ortsratssitzung allerdings Zuhörer Uwe Räbiger. Eine Abgeordnete hatte ihr Mandat nicht angenommen, weil sie mittlerweile im benachbarten Erichshagen-Wölpe wohnt. „Sie hätte gerne im Ortsrat mitgearbeitet“, versicherte Conny Feske. Und ergänzte: „Und ich hätte gerne eine zweite Frau im Ortsrat gehabt.

Mit den Frauen in der Politik ist das tatsächlich so eine Sache. Trauen sie sich nicht oder haben sie schlicht keine Lust darauf, sich dem Genörgele meistens der Zeitgenossen auszusetzen, die selbst nie auf die Idee kämen, sich zum Wohl anderer zu engagieren, aber ganz genau wissen, wie Politik geht?

Zu Recht für Unmut sorgen dagegen die gewählten Abgeordneten, die ihr Mandat und damit auch das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler aus politischem Kalkül hin und her schieben. Hier wird Demokratie mit Füßen getreten.

„Warum soll ich dann überhaupt noch nur Wahl gehen?“, lautet die Reaktion, die man zurzeit überall hört.

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Erstellt:
5. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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