Unterstützerkreis und Geflüchtete nach dem Besuch im Serengeti-Park. Unterstützerkreis

Unterstützerkreis und Geflüchtete nach dem Besuch im Serengeti-Park. Unterstützerkreis

Haßbergen 07.01.2017 Von Edda Hagebölling

Morgens um 8 abgeholt

Nasreddin Iraki aus Haßbergen am Mittwoch über Hamburg nach Norwegen ausgewiesen

Zu der Abschiebung von Nasreddin Iraki, der am 4. Januar um 8 Uhr in Haßbergen abgeholt und noch Oslo ausgeflogen wurde, schreibt der Unterstützerkreis: „Auch wenn Nasreddin Iraki mit seiner Ausweisung nach Norwegen rechnen musste, da es zum einen vom Gesetz her laut Dublin-Abkommen so gewollt ist und zum anderen die Ausländerbehörde darauf hingewiesen hatte, war es trotzdem ein Schock für ihn als am 4. Januar früh morgens die Polizei an seiner Tür klingelte, um ihn dorthin zu überstellen. 15 Minuten gab man ihm Zeit, um das Notwendigste zusammenzupacken, und dann ging es ohne Frühstück los. Zu diesem Zeitpunkt hatte er nicht damit gerechnet, da er im Dezember bei einem Gespräch mit der Ausländerbehörde des Landkreises signalisiert hatte, freiwillig Deutschland zu verlassen, wenn es keine Möglichkeit für ihn gebe, hier zu bleiben.

Es war bereits ein Rechtsanwalt eingeschaltet, der mit einer Klage einen Aufhebungsbescheid gegen die Überstellung nach Norwegen erreichen wollte. Zudem hatte er für den 5. Januar einen Termin bei der Behörde, sodass er davon ausgegangen ist, dann alles weitere auch bezüglich einer freiwilligen Ausreise dort besprechen zu können. Es scheint, als hätte sich alles dagegen verschworen, dass sein Wunschtraum in Erfüllung gehen könnte, sich in Deutschland ein neues Leben aufzubauen.

... Das Ziel von Herrn Iraki war, nach Abschluss des Integrationskurses möglichst im hiesigen Krankenhaus in seinem erlernten Beruf als Labortechniker arbeiten zu können und in seiner Freizeit sich mit seiner Kunst zu beschäftigen, die er bereits in zwei Ausstellungen in der Galerie N unter Beweis gestellt hat. Alles in allem könnte man meinen, er sei ein Bilderbuchflüchtling, wie sich ihn sowohl Politiker, als auch die Bevölkerung wünscht, mit exzellenten Integrations- und Berufsaussichten. Das besonders traurige an der Sache ist nicht nur, dass er durch die Abschiebung einen Tag vor dem geplanten Gespräch mit der Ausländerbehörde nicht mehr die Möglichkeit hatte freiwillig zu gehen, sondern dass sie sozusagen „Hals über Kopf“ geschehen ist und auch Norwegen darauf nicht richtig vorbereitet war.

Anders ist es nicht zu erklären, dass Herr Iraki weder mit entsprechenden Papieren ausgestattet war, noch in Oslo auf dem Flughafen weder in Empfang genommen, noch erwartet wurde. Da es auch keine Passkontrolle gab, stand er plötzlich in einem völlig fremden Land mit einer für ihn wieder einmal völlig fremden Sprache und wusste nicht, wohin er sollte oder an wen er sich wenden könnte. Durch telefonischen Kontakt mit deutschen Freunden wurde ihm geraten, sich bei der Polizei zu melden oder fremde Menschen um Hilfe zu bitten, da er nicht einmal eine Unterkunft für die Nacht hatte.

Allen fiel ein großer Stein vom Herzen, als sie am nächsten Tag gegen 15 Uhr erfuhren, dass die Polizei ihn in einem Camp untergebracht hat. Wie es für ihn weitergeht, ist ungewiss...“

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Erstellt:
7. Januar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

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