Es gibt sie manchmal noch: schwere Kettenfahrzeuge, die durch das Tor der Clausewitz-Kaserne rollen, sodass Luft und Boden vibrieren. Hier ein Schützenpanzer „Puma“ des Panzergrenadierbataillons 33 aus Luttmersen. Foto: Baade/Bundeswehr Nienburg

Es gibt sie manchmal noch: schwere Kettenfahrzeuge, die durch das Tor der Clausewitz-Kaserne rollen, sodass Luft und Boden vibrieren. Hier ein Schützenpanzer „Puma“ des Panzergrenadierbataillons 33 aus Luttmersen. Foto: Baade/Bundeswehr Nienburg

Langendamm 04.07.2020 Von Die Harke

Motorenlärm zum Frühstück

Bundeswehr weist künftige Nachbarn auf mögliche Störungen hin

Wer in Langendamm in direkter Nachbarschaft zur Clausewitz-Kaserne wohnen will, muss sich damit abfinden, dass dort Militärfahrzeuge aller Größen ein- und ausfahren, die Lärm, Erschütterungen und Feinstaub verursachen können. Alteingesessene Langendammer wissen das. Jetzt soll auf dem Eckgrundstück Ost-landstraße/Marienburger Weg eine neue Wohnbebauung entstehen.

Die Bundeswehr hat als Träger öffentlicher Belange rechtzeitig darauf hingewiesen, dass das Grundstück unmittelbar an der nördlichen Kasernenzufahrt liegt, die als direkte Verbindung zum Standortübungsplatz rege genutzt wird.

Im Bebauungsplan werden deshalb Erschütterungsdämpfer und Schallschutzmaßnahmen empfohlen. Darüber hinaus ist die Kaserne ein militärischer Sicherheitsbereich, in den niemand unbeobachtet einsteigen soll. Um die Sicht freizuhalten, wurde die Baugrenze um weitere sieben Meter zurückverlegt, im Grenzbereich ist nur niedrige Bepflanzung zulässig, und Zäune müssen transparent sein.

Konflikte sollen vermieden werden

Der Bundeswehr und der Stadtplanung ist gleichermaßen daran gelegen, dass möglichen Konflikten zwischen Anwohnern und militäri-schen Nutzern, die aus den beschriebenen Störungen entstehen könnten, von vornherein die Grundlage entzogen wird.

Deshalb hat die Bundeswehr am 24. Juni eine vom Stadtplanungsamt angeregte Messung der Geräuschpegel, Erschütterungen und Staubbelastungen unterstützt, die beim Vorbeifahren verschiedener Militärfahrzeuge vom gepanzerten Geländewagen bis zum 42 Tonnen schweren Schützenpanzer entstehen.

Der Standortälteste, Oberst Andreas Timm, erinnert an frühere Zeiten, in denen in der Clausewitz-Kaserne neben anderen Verbänden das Panzergrenadierbataillon 32 und das Panzerbataillon 34 beheimatet waren. Das Dröhnen von Kampf- und Schützenpanzern gehörte damals zum Alltag.

Die heute stationierten Einheiten, das Bataillon Elektronische Kampfführung 912 und das Multinational CIMIC Command, seien überwiegend mit vergleichsweise leisen Radfahrzeugen unterwegs.

„Manch einer, der die Vergangenheit nicht kennt, mag deshalb nun denken, dass es hier immer nur leise zugeht. Aber auch heutzutage haben wir Verbände mit schweren Kettenfahrzeugen zu Gast, die hier üben oder auf einem weiten Marsch eine Pause einlegen“, erklärt Oberst Timm.

Mit lauten Fahrzeugen ist weiterhin zu rechnen

„Nachdem die Landes- und Bündnisverteidigung wieder mehr Bedeutung bekommen hat, werden diese Ereignisse künftig eher wieder häufiger werden.“ Timm möchte deshalb unbedingt vermeiden, dass sich jemand hier unter dem momentanen Eindruck der Ruhe Wohneigentum zulegt und später enttäuscht wird: „Wir haben gerne Nachbarn, aber wir bevorzugen zufriedene Nachbarn und setzen deshalb auf Transparenz.“

Fahrverbot wird oft missachtet

Der Standortfeldwebel, Oberstabsbootsmann Onno Meyer, ergänzt einen dringenden Appell an einige Verkehrsteilnehmer: „Sowohl die Verbindungsstraße zwischen Standortübungsplatz und Kaserne als auch die Straße Am Rehhagen sind Privatstraßen des Bundes und für den zivilen Kraftverkehr gesperrt. Leider missachten das viele.“ Meyer beobachtete während der Schallmessungen mit Schrecken, wie ein Privat-Pkw die Panzerstraße aus Richtung Übungsplatz entlangfuhr, den schnell fahrenden Schützenpanzer direkt hinter sich. „Die Leute wissen offensichtlich nicht, in welche Gefahr sie sich begeben. Verbotsschilder sind keine Empfehlungen, sondern verbindlich und begründet.“

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Erstellt:
4. Juli 2020, 18:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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