23.12.2012

Museum bedauert OHM-Auflösung

Nienburg (DH). Wie bereits berichtet, ist die Erhaltung des selbstständigen Ostdeutschen Heimatmuseums (OHM) an der Leinstraße 7 aufgrund personeller und finanzieller Gegebenheiten nicht weiter möglich. Das Museum Nienburg, genau gegenüber durch das Quaet-Faslem-Haus mit seinem Biedermeiergarten sowie dem Lapidarium und dem Niedersächsischen Spargelmuseum präsent, bedauert diese Entwicklung, weil dadurch die Idee eines musealen Verbundes an der Leinstraße stark geschwächt werde. Die Schließung des Ostdeutschen Heimatmuseums bedeute nach Überzeugung von Museumsleiter Dr. Eilert Ommen ebenfalls, dass dadurch langjährige ehrenamtliche Arbeit einen Endpunkt gefunden hat. Bei der ordnungsgemäßen Rückführung von Objekten an andere Museen und private Leihgeber hat das Regionalmuseum geholfen. Ebenfalls haben Stadt und Landkreis Hilfestellung geleistet.

Wie das Museum Nienburg weiter mitteilte, haben sich der Vorstand und der Beirat ausführlich mit der Problematik befasst. Eine Übernahme des OHM könne aus finanziellen wie aber auch aus inhaltlich-konzeptionellen Gründen nicht in Frage kommen. Das Museum Nienburg verstehe sich als ausgesprochenes Regionalmuseum und bearbeite, wie in der Registrierung durch das Land Niedersachsen auch anerkannt, Themen der Mittelweserregion.

„Das Ostdeutsche Heimatmuseum trug auch erheblich dazu bei, die Beziehungen zur Partnerstadt Bartenstein zu stärken. Das Museum Nienburg kann gegebenenfalls aus noch vorhandenem Material über die ehemaligen ostdeutschen Gebiete fundierte Sonderausstellungen im Museum gestalten. Zum Themenfeld des Regionalmuseums gehört nämlich auch die Aufarbeitung der Thematik ‚Zuzug nach Nienburg‘, heißt es in der Pressemitteilung des Museums weiter.

Bekanntlich seien bereits vor 1900 Glasfacharbeiter aus vielen europäischen Ländern nach Nienburg zu den Glashütten gekommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien dann überdurchschnittlich viele Türken und Kurden und auch Griechen in die Region gekommen; ebenso „boatpeople“ aus Vietnam, Menschen aus den Balkangebieten, aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Polen. Insoweit werde das Museum museale Themenfelder des OHM in Teilen aufgreifen, so Dr. Eilert Ommen.

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Erstellt:
23. Dezember 2012, 00:00 Uhr
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