Wartet auf die nächste Fahrt: der Preußenzug der Museums-Eisenbahn Minden auf der Weserrücke in Minden, eine Aufnahme aus dem August 2018. Foto: Schütte / MEM

Wartet auf die nächste Fahrt: der Preußenzug der Museums-Eisenbahn Minden auf der Weserrücke in Minden, eine Aufnahme aus dem August 2018. Foto: Schütte / MEM

Uchte/Minden 18.03.2021 Von Die Harke

Museums-Eisenbahn Minden zieht eine erste Zwischenbilanz

Noch immer alle Signale auf Rot

Alle Räder stehen still. Seit Monaten. Damit hat niemand bei der Museums-Eisenbahn Minden (MEM) gerechnet, als die Pandemie im März des vergangenen Jahres zum ersten Mal den Saisonstart zu Ostern verhinderte. Jetzt naht zum zweiten Male das Osterfest und schon wieder – oder besser noch immer – steht das Signal coronabedingt auf „Rot“. Kein historischer Zug der MEM wird fahren – weder auf den Strecken der Mindener Kreisbahnen noch auf der VLO im benachbarten Preußisch Oldendorf.

Die Ehrenamtlichen sind zur Untätigkeit verurteilt: Werkstattarbeiten können aufgrund der Schutzbestimmungen nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden und die Erprobung und Überführung der erwarteten neuen Dampflokomotive „Kattowitz 7348“ kommt ebenfalls nicht voran. Im letzten Jahr konnten in Minden nur an zwei Sonntagen im August und September mit einem Kurzzug Fahrten vom Museumsbahnhof Minden-Oberstadt nach Hille durchgeführt werden, im Oktober verkehrte dann noch an einem weiteren Sonntag der zweite MEM-Zug zwischen Preußisch Oldendorf und Bohmte.

Die Hoffnung der Museumseisenbahner auf volle Züge im Advent, um die starken Verluste der vergangenen Monate bei den Fahrkarteneinnahmen auszugleichen, trog: Alle Vorbereitungen waren getroffen, viele Fahrkarten im Vorverkauf vergeben und alle Einkäufe getätigt, damit die beliebten Nikolausfahrten auf beiden Bahnen starten konnten, da schlug Corona erneut zu und machte jeglichen Einsatz zunichte.

Die Spendenbereitschaft war enorm – und hilfreich. Museumsbahn

Die Fahrten waren wegen der erneuten Schutzbestimmungen aufgrund der angestiegenen Inzidenzzahlen untersagt. In diesem Moment zeigte sich eine unerwartet große Solidarität der Fahrgäste mit der heimischen Museumseisenbahn und ihrem erzwungenen Stillstand: „Die Spendenbereitschaft war enorm – und hilfreich“, heißt es dazu von der Museumsbahn.

In einer Werkstätte in Sachsen-Anhalt wartet zurzeit die neue Dampflok der Museums-Eisenbahn Minden darauf, endlich ihren Probelauf durchführen zu können und anschließend den Weg nach Minden anzutreten. Die beiden preußischen Dampflokomotiven „Stettin 7906“ und „Hannover 7512“ müssen in einem langwierigen Prozess grundüberholt werden, die „Kattowitz 7348“ – eine ebenfalls preußische Lok für den Mindener Preußenzug – soll sie ersetzen. Es handelt sich um eine 1908 gebaute T 9.3, die Anfang des letzten Jahrhunderts in großen Stückzahlen in Deutschland vorhanden war.

Doch nicht nur ihr Erscheinen in Minden ist in der Schwebe, sondern auch, wie es mit den Partnern von MEM in Minden weitergeht: dem Besucherbergwerk, dem Fahrgastschiff auf dem Kanal, der Mühle Südhemmern und der Alten Brennerei in Hille. Sie sind seit Jahrzehnten Teil des Fahrtenprogramms von MEM. Zu weiteren Fahrten kann auch MEM noch keine verlässlichen Angaben machen.

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Erstellt:
18. März 2021, 17:15 Uhr
Lesedauer:
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