Dr. Dirk Götting, Leiter des Niedersächsischen Polizeimuseums in Nienburg (links), ist jetzt auch Wissenschaftlicher Direktor der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte.Polizei-Museum Niedersachsen

Dr. Dirk Götting, Leiter des Niedersächsischen Polizeimuseums in Nienburg (links), ist jetzt auch Wissenschaftlicher Direktor der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte.Polizei-Museum Niedersachsen

Nienburg 03.11.2019 Von DH

Museumsleiter Götting jetzt Wissenschaftlicher Direktor

Polizeimuseum in Nienburg jetzt Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte

Schon seit 30 Jahren ist die Polizeigeschichte institutionell in der Polizei Niedersachsen verankert: 1989 begann in Hannover die Arbeit der Polizeigeschichtlichen Sammlung. 2007 wurde sie an die Polizeiakademie Niedersachsen angegliedert, und erstmals fanden polizeigeschichtliche Themen Aufnahme ins Curriculum.

2011 öffnete das Polizeimuseum Niedersachsen seine Pforten in der Langen Straße in Nienburg und erfreut sich seither eines regen Zuspruches. Auch die wissenschaftliche Aufarbeitung der Polizeigeschichte wurde intensiviert. Die Forschungsergebnisse werden regelmäßig in Sonderausstellungen präsentiert.

Mit der Gründung der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte ist nun der nächste Schritt getan, um die wissenschaftliche Aufarbeitung der Polizeigeschichte weiter voranzutreiben. Die Gründung der Forschungsstelle korrespondiert zugleich mit einem neuen Strategi-schen Ziel der niedersächsischen Landespolizei „Wir bewahren unser freiheitlich-demokratisches Selbstverständnis und stärken unsere Widerstandskraft gegen demokratiegefährdende Erscheinungen“. Mit diesem Strategischen Ziel soll deutlich gemacht werden, dass die Polizei als Vertreterin der Exekutive stets wachsam und offensiv für den Erhalt der Demokratie in unserem Land eintreten muss.

„Die Geschichte lehrt uns, dass ein Leben in Demokratie und Freiheit nicht selbstverständlich ist“, so Dr. Dirk Götting, Leiter der Forschungsstelle für Polizei- und Demokratiegeschichte. Von der Polizei wird in besonderer Weise erwartet, dass sie den Verlockungen der scheinbar einfachen Lösungen populistischer Kräfte widerstehen kann und mit Nachdruck für den Schutz einer offenen Gesellschaft eintritt.

„Damit ist jede Polizistin und jeder Polizist ein Botschafter für das Demokratieverständnis in unserem Land“, so Götting weiter.

Wer sich mit der Geschichte beschäftigt, stellt immer auch die Frage: Wie sehen wir die Rolle der Polizei in der Gegenwart? Eine Stärkung der Demokratiekompetenz soll zukünftig sowohl im Bachelorstudium der Polizeiakademie als auch in der Fortbildung der Polizei Niedersachsen intensiviert werden. Neben der Deutschen Hochschule der Polizei ist die Polizeiakademie Niedersachsen damit die einzige polizeiliche Bildungseinrichtung in Deutschland, die über eine polizeihistorische Forschungsstelle verfügt.

„Die Polizeiakademie ist derzeit dabei, gemeinsam mit der Forschungsstelle, eingebettet in ein entstehendes Gesamtbildungskonzept die schon bestehenden vielschichtigen Maßnahmen und Aktivitäten um ein Bildungsangebot zu erweitern, bei dem wir unsere Demokratie- und Polizeigeschichte quasi als Transmission nutzen“, so Carsten Rose, Direktor der Polizeiakademie Niedersachsen. „Es wird derzeit ein umfassendes Bildungskonzept zur Stärkung der demokratischen Widerstandskraft erarbeitet, das Mitte November mit einer Großveranstaltung in die Umsetzung geht“, so Rose weiter.

Das Polizeimuseum ist zukünftig in die Forschungsstelle integriert. Im Rahmen einer Feierstunde wurde die Dienstpostenübertragung für die Forschungsstelle vollzogen. Die neue Besetzung sind bekannte Gesichter: Dr. Dirk Götting, war bislang auch Leiter des Polizeimuseums und ist mit Übertragung des neuen Dienstpostens „Wissenschaftlicher Direktor“ der Forschungsstelle. Barbara Riegger war auch bislang wissenschaftliche Mitarbeiter des Polizeimuseums und ist aufgrund der neuen Dienstpostenübertragung die stellvertretende Leitung der Forschungsstelle.

Michael Schmelkus war bereits 2012 in Form einer Elternzeitvertretung im Polizeimuseum beschäftigt und ist jetzt Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsstelle.

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Erstellt:
3. November 2019, 08:18 Uhr
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