Sebastian Stüben DH

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Guten Tag 17.04.2019 Von Sebastian Stüben

Muss man immer Recht haben?

Ich kann grundsätzlich kein Mitleid für Menschen empfinden, die sich über Strafzettel beschweren, die sie zurecht bekommen haben. Wenn es Verkehrsregeln gibt und sich Autofahrer nicht daran halten, dann dürfen sie nicht jammern, wenn sie blechen müssen – egal für wie sinnvoll sie die Verkehrsregel erachten. Über Sinn und Unsinn der Regeln lässt sich natürlich wunderbar streiten. Und da ist auch manche Aufregung berechtigt. Dass der Caterer des Essens beim jüngsten Spargelanstich mit seinem Kleinbus ein Knöllchen am Blattpavillon der Deula bekommen hat, ist zunächst einmal korrekt. Er hat im Halteverbot gestanden – um auf kurzem Weg das Essen ins Veranstaltungsgebäude zu tragen. Ob es allerdings not tut, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Nienburg bei einem Termin mit vielen auswärtigen Gästen an einer Straße auf Bußgeldjagd geht, die neben besagten Gästen nur Schüler und Besucher der Deula nutzen, ist mehr als fraglich. Wen stören denn die falsch abgestellten Fahrzeuge an jener Stelle?

Die anwesende Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast ist einem Strafzettel nur äußerst knapp entgangen, weil ihr Fahrer den Mitarbeiter des Ordnungsamtes zur Nachsicht überreden konnte. Der Ministerinnen-Dienstwagen stand ebenfalls im Halteverbot. Weil der Fahrer aber im Auto wartete, konnte er die Limousine schnell einige Meter weiter auf einer ausgewiesenen Parkfläche abstellte.

Der Mitarbeiter der Stadt beantwortete die Frage nach dem Sinn seines Tuns mit einer Gegenfrage: „Warum sollte ich die Fahrzeuge hier nicht aufschreiben, sie stehen immerhin im Halteverbot.“ Er hat ja Recht, aber muss man denn immer Recht haben?

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Erstellt:
17. April 2019, 00:09 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 48sec

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