Eine Rotwangenschildkröte. Foto: Breitfeld

Eine Rotwangenschildkröte. Foto: Breitfeld

Rehburg-Loccum 05.09.2020 Von Die Harke

NABU hofft auf Sichtungsmeldungen

Verband beobachtet Rückkehr von Schildkröten

Der Regen der vergangenen Wochen hat die vom NABU neu angelegten Gewässer des Naturschutzgebiets am Steinhuder Meer wieder etwas aufgefüllt.

Daraufhin hoffte das Team des Projekts „Gestaltung der Brutplätze der Europäischen Sumpfschildkröte“ rund um Projektleiter Bernd Breitfeld auf beständigeres Wetter mit höheren Temperaturen, die die einzige heimische Schildkrötenart zur erfolgreichen Ausbrütung ihrer Eier braucht. Diese Bedingungen sind derzeit gegeben.

Die Europäischen Sumpfschildkröten haben es bei ihrer Rückkehr in die Natur aber trotz der intensiven Bemühungen der Naturschützer, die mit Unterstützung der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung arbeiten, nicht leicht. Seit vielen Jahren nutzen auch exotische Schildkrötenarten, wie zum Beispiel die aus Nordamerika stammenden Schmuckschildkröten (Rotwangen- und Gelbwangenschildkröten), den Lebensraum der Europäischen Sumpfschildkröte.

Von ihren ehemaligen Besitzern in das nächste Gewässer ausgesetzt, haben die meist noch jungen Schmuckschildkröten mit einer Lebenserwartung von über 35 Jahren eine lange Zukunft in der freien Natur vor sich. Das ist für die Naturschützer ein lang bekanntes, aber weiterhin zunehmendes Problem.

Die exotischen Schildkröten sind nicht nur eine Gefahr für die Lebewesen, die ihnen als Futter dienen, sondern auch für die heimischen Sumpfschildkröten: Sie können fremde Krankheiten übertragen und konkurrieren nicht nur um das gleiche Nahrungsspektrum, sondern auch um den gleichen Lebensraum.

In dieser Konkurrenz zieht die Europäische Sumpfschildkröte in der Regel den Kürzeren und wird verdrängt. Der Klimawandel begünstigt die dauerhafte Etablierung der wärmeliebenden Schmuckschildkröte weiter. Die erfolgreiche Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte, aber auch die allgemeine einheimische Artenvielfalt ist damit an vielen Orten gefährdet.

„Auch in der Nähe von unserem Projektgebiet am Steinhuder Meer sind schon gelegentlich Schmuckschildkröten beobachtet worden“, berichtet Bernd Breitfeld. „Zur besseren Einschätzung der Situation fehlen allerdings noch genauere Verbreitungsdaten.“

Das Projektteam des NABU möchte sich ein genaueres Bild der Situation in Niedersachsen machen und bittet daher alle Mitbürger, Schildkröten-Sichtungen zu melden (E-Mail: bernd.breitfeld@ nabu-niedersachsen.de) oder unter Telefon (0511)9110576.

„Sollte Ihnen ein Foto gelingen, senden Sie es gerne gleich mit – so kann eine Artbestimmung und somit eine Einschätzung der Situation vor Ort leichter gelingen“, heißt es abschließend in der Pressemitteilung des NABU Niedersachsen.

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Erstellt:
5. September 2020, 15:32 Uhr
Lesedauer:
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