Michael Brede, Chef des NFV-Kreises Nienburg. Foto: Kessler

Michael Brede, Chef des NFV-Kreises Nienburg. Foto: Kessler

Nienburg 28.04.2020 Von Philipp Keßler

NFV: Nächste (Teil-)Entscheidung nicht vor dem 6. Mai

Fußball: Verband prüft die Möglichkeit eines außerordentlichen Verbandstages – sonst droht satzungsgemäß eine endgültige Entscheidung erst Anfang August

Der NFV-Verbandsvorstand, dem auch der Nienburger Kreisvorsitzende Michael Brede angehört, hat sich in seiner Sitzung am Dienstagabend auf einen Fahrplan über die weitere Vorgehensweise hinsichtlich der aktuell bis auf Weiteres unterbrochenen Fußball-Saison 2019/20 verständigt.

Dieser Fahrplan, der auch auf der NFV-Homepage einzusehen ist, sieht zunächst vor, die vielfältigen Vereinsmeinungen zu bündeln, und sie zu konkreten Vorschlägen zusammenzufassen.

Vor dem Hintergrund, dass Bund und Länder am 6. Mai über mögliche Lockerungen der Corona-Einschränkungen entscheiden, werden die Vorschläge dann in einem weiteren Schritt bewertet, um sodann im Verbandsvorstand die weitere Vorgehensweise spätestens am 11. Mai festzulegen. „Die Vielzahl der unterschiedlichsten Rückkopplungen, die uns unmittelbar und mittelbar danach erreicht haben, zeigt aber auch, dass wir jetzt tiefer in die Thematik einsteigen müssen, weil immer noch ein nicht unerheblicher Informationsbedarf besteht“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath. Jedem müsse klar sein, dass Abbruch nicht gleich Abbruch sei und dass es unterschiedliche rechtlich mögliche Szenarien gebe.

Die Vereine hatten sich vergangene Woche klar gegen den Vorschlag des NFV ausgesprochen, die Saison 2019/20 einzufrieren und im September fortzusetzen. 68 Prozent hatten gegen die Fortsetzung gestimmt.

Für einen Saisonabbruch müsse zunächst ein außerordentlicher Verbandstag einberufen werden. Erst wenn hier die Mehrheit für einen Abbruch stimmt, würde dieser gültig werden. Laut gültiger NFV-Satzung muss ein Termin für eine solche Sitzung zehn Wochen vor der Durchführung veröffentlicht und bekannt gegeben werden – das wäre folglich Anfang August. Somit könnte es eng werden, soll im September bereits eine neue Spielzeit beginnen. Würde die neue Saison also starten, ehe die alte formell und juristisch korrekt ad acta gelegt wurde, gäbe es keine Auf- oder Absteiger – eine nachträgliche Zuweisung einzelner Vereine in andere Spielklassen gilt als utopisch und nicht umsetzbar.

Es soll geprüft werden, ob ein Verbandstag auch binnen einer kürzeren Frist einberufen werden kann, um eine Entscheidung eher herbeizuführen. Die Veranstaltung könnte als Online-Konferenz durchgeführt werden. Rechtlich: Jeder Verein hat bei den Entscheidungen jeweils eine Stimme plus je eine Stimme pro gemeldeter Mannschaft. NFV-Chef Distelrath stellt klar: „Wir wollen zu einer Entscheidung nicht erst Mitte Juli kommen. Deshalb werden wir rechtlich prüfen, inwieweit sich eine verkürzte Ladungs- und Antragsfrist umsetzen lässt.“ Spätestens am 11. Mai wird sich der Verbandsvorstand dahingehend festlegen, wie die weitere Vorgehensweise zur Entscheidungsfindung sein wird.

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Erstellt:
28. April 2020, 21:27 Uhr
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