Der NFV-Vorstand hat erneut per Videoschaltung konferiert. Foto: NFV

Der NFV-Vorstand hat erneut per Videoschaltung konferiert. Foto: NFV

Nienburg 22.05.2020 Von Philipp Keßler

NFV setzt auf Abbruch

Fußball: Aufstieg, aber kein Abstieg - Verbandsvorstand entscheidet sich für Abbruch-Szenario

Der NFV-Verbandsvorstand hat in seiner jüngsten als Video-Telefonkonferenz ausgetragenen Sitzung final mit den vier möglichen Varianten zum Umgang der aktuell bis auf Weiteres unterbrochenen Saison 2019/20 beschäftigt.

Dabei einigten sich die dem Verbandsvorstand angehörenden Präsidiumsmitglieder und Vorsitzenden der 33 Kreise auf jene Variante, die einen Saisonabbruch nach Quotientenregelung mit Auf-, aber ohne Abstieg vorsieht.

Diese Variante wird vom NFV-Verbandsvorstand als Antrag auf dem außerordentlichen Verbandstag eingereicht, der – auch das wurde in der Sitzung beschlossen – am 27. Juni als voraussichtlich virtuelle Veranstaltung ausgetragen werden soll.

„Das Webinar am vergangenen Samstag hat noch einmal zur umfassenden Information der Vereine beigetragen. Die Resonanz hat gezeigt, wo die Präferenzen der Vereine liegen. Insofern ist der Verbandsvorstand auch nach Empfehlung des Präsidiums einmütig zur Beschlussfassung gekommen.“

Weiter: „Der Antrag auf einen Saisonbruch nach Quotientenregelung mit Auf-, aber ohne Absteiger wird der Einzige sein, der vonseiten des NFV-Verbandsvorstandes auf dem außerordentlichen Verbandstag eingebracht und zur Abstimmung gestellt wird. Unabhängig davon kann jeder Verein einen Antrag im Rahmen der Antragsfrist stellen“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath.

Laut Paragraph vier der Geschäftsordnung des Niedersächsischen Fußballverbandes müssen Anträge für einen außerordentlichen Verbandstag, die nicht auf der mit Einberufung bekannt gegebenen Tagesordnung stehen, wenigstens drei Wochen vor dem Verbandstag beim NFV eingereicht werden.

Diese Anträge sind allen Mitgliedern des Verbandstages spätestens zwei Wochen vor dem Verbandstag schriftlich mitzuteilen. Nach Ablauf der Drei-Wochen-Frist eingehende Anträge können am Veranstaltungstag des außerordentlichen Verbandstages nur dann noch als Dringlichkeitsanträge vor Eintritt in die Tagesordnung zugelassen werden, wenn dies eine Zweidrittel-Mehrheit der Delegierten beschließt.

Neben dem einmütigen Votum für das Abbruchszenario ergab auch die Abstimmung zur Frage „Wer steigt auf“ ein klares Ergebnis. Mit großer Mehrheit sprach sich der NFV-Verbandsvorstand für die Variante „Regelaufsteiger + Relegationsplatz“ aus.

Dass der vom Verband vorgesehene Antrag, der keine Absteiger und nur Aufsteiger vorsieht, spieltechnische Konsequenzen für die kommende Saison hat und eine große Herausforderung für die jeweiligen Spielausschüsse darstellt, ist den Verantwortlichen bewusst. „Wir müssen darauf achten, dass kein Verein und keine Mannschaft überfordert wird. Deshalb wird es zum Beispiel hinsichtlich der Planung der Saison keine Denkverbote geben“, erklärte Distelrath.

Der NFV behalte sich darüber hinaus vor, Sonderregelungen für die Pokal-Wettbewerbe zu treffen oder die kommende Saison bis zum Beginn der Sommerferien am 22. Juli 2021 zu verlängern.

Der außerordentliche Verbandstag am 27. Juni ist der sechste in der Geschichte des NFV. Der bis dato letzte fand 1979 statt, als sich – analog der damals geltenden politischen Grenzen – die neuen NFV-Kreise und Bezirke konstituierten.

Am außerordentlichen Verbandstag 2020 werden 324 Delegierte teilnehmen. Ihre Zahl setzt sich laut Paragraf 19 der NFV-Satzung zusammen aus den 200 Delegierten der Mitglieder aus den 33 NFV-Kreisen, den Mitgliedern des Verbandsvorstandes, den jeweils drei Delegierten der vier NFV-Bezirke und den Delegierten jener Vereine, deren Mannschaften gemäß der letzten Bestandserhebung in den Spielklassen der Herren und Frauen von der Oberliga Niedersachsen aufwärts spielen.

Pro Mannschaft gibt es einen Delegierten. Jeder Delegierte hat eine Stimme, die nicht übertragen werden kann.

Die Stimmenzahl eines jeden NFV-Kreises richtet sich nach den Mannschaftszahlen.

Übersicht: Das bevorzugte Szenario „Saisonabbruch - mit Aufstieg, ohne Abstieg“

-Absetzung aller ausstehenden Punkt- und Entscheidungsspiele (Punkt-, Relegations- und Aufstiegsspiele)

  • Formal reguläres Saisonende 2019/20 zum 30. Juni 2020
  • Formaler Saisonbeginn 2020/21 zum 1. Juli 2020 (Tatsächlicher Beginn erst nach staatl. Freigabe)
  • Ermittlung von Abschlusstabelle durch Anwendung der Quotientenregelung anhand des Tabellenstandes vom 12. März (Datum der Corona bedingten Aussetzung des Spielbetriebes)
  • Quotientenregelung: Der Quotient ist das Ergebnis der erreichten Punkte geteilt durch die Anzahl der ausgetragenen Spiele.
  • Bei Gleichheit des Punkt-Quotienten (ergänzende Reihenfolge): Quotient Tordifferenz geteiltdurch Spiele, mehr erzielte Treffer, direkter Vergleich
  • Direkte Aufsteiger gemäß Ausschreibung/Spielordnung
  • Keine Absteiger
  • Sofern ausschreibungsgemäß Relegations- und Aufstiegsspiele vorgesehen sind, gilt anhand des quotiert ermittelten Tabellenstandes folgendes:
  • Potentielle Absteiger (Abstiegsrelegationsplatz) verbleiben in ihrer Spielklasse
  • Potentielle Aufsteiger (Aufstiegs- bzw. Relegationsplatz) steigen in die nächst höhere Spielklasse auf (zusätzliche Aufsteiger neben direkten Aufsteigern)
  • Keine weiteren Aufsteiger; Insbesondere keine weiteren Aufsteiger anhand von Relegations- oder Aufstiegsplätzen, die aufgrund einer Unterschreitung der Sollzahlen in der darüber liegenden Spielklasse ggf. anhand der Ausschreibung zusätzlich entstehen könnten
  • Gilt für alle Spielklassen/Leistungsklassen der Senioren (Herren/Frauen/Altherren/Altsenioren) und im Jugendbereich in den Altersklassen der C- bis A-Jugend
  • Gilt nicht für den Altersklassenbereich der G- bis D-Jugend
  • In Staffeln, wo die Quotientenregelung nicht zur Ermittlung einer Abschlusstabelle herangezogen werden kann, müssen evtl. Aufsteiger auf alternativem Wege ermittelt werden (Losverfahren o.ä.)
  • Für die Organisation des Spielbetriebes der Saison 2020/21 ff. werden die jeweils zuständigen Gliederungsebenen (Kreis, Bezirk, Verband) ermächtigt, abweichend von den geltenden Ordnungsbestimmungen (insbesondere § 18 SpO, § 14 JO) die vorgesehene Anzahl der Staffeln pro Leistungsklasse/Spielklasse und die Sollzahlen pro Staffel zu regeln.
  • Durch die erhöhten Staffelstärken (vermehrter Aufstieg, kein Abstieg) können Staffelteilungen (z.B. 2 x 10 Mannschaften, statt 1 x 20 Mannschaften) oder alternative Spielformen (einfache Spielrunde, Play-Off-System, Entscheidungsspiele usw.) vorgenommen werden
  • Alternative Rahmenterminpläne (Beginn nach staatl. Freigabe) müssen für die Saison 2020/21 bis zum 30.06.2021 oder darüber hinaus erarbeitet werden
  • Bis spätestens zum Beginn der Saison 2023/24 ist der Spielbetrieb in die ordnungsrechtliche Sollstaffelgröße zurück zu führen.

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Erstellt:
22. Mai 2020, 13:56 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 39sec

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