Sebastian Stüben DH

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Nach Tochtermord:

Medieninvasion

Die Menschen im Landkreis sind schockiert – können nicht verstehen, wie ein Vater seine 13-jährige Tochter erschießen kann. Also wollen sie Erklärungen. Die bekommen sie aus den Medien. Und so haben sich gestern die Medienvertreter in der kleinen Kreisstadt Nienburg die Klinke in die Hand gegeben. Das hat nicht jedem gepasst.

Fassungslose Nachbarn, die von Kamerateams großer Fernsehsender aus der Wohnung geklingelt wurden, waren ebensowenig begeistert wie Beamte der Polizei, die sich in ihrer Ermittlungsarbeit gestört fühlten. Heftig reagierte gestern der Imbissbesitzer der Grillstube, in der Ali B. gearbeitet hat. Als das Kamerateam eines öffentlich rechtlichen Fernsehsenders von der gegenüberliegenden Straßenseite dessen Fassade filmen wollte, ging der Imbiss-Betreiber den Medienvertretern an den Kragen. Zusätzlich alarmierte er die Polizei, die wenig später auftauchte. Da waren die Fernseh-Mitarbeiter schon wieder verschwunden.

Nachdem im Laufe des Tages allerdings ein „Ehrenmord“ immer unwahrscheinlicher wurde, war der Fall für die überregionalen Medienvertreter plötzlich nicht mehr so interessant. Vielleicht kehrt bereist heute wieder etwas Ruhe ein.

Sebastian Stüben

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Erstellt:
7. Dezember 2011, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 32sec

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