Schiedsrichter Christian Dingert (l) bespricht nach dem Wechselfehler mit Akteuren vom FC Bayern und SC Freiburg das weitere Vorgehen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Schiedsrichter Christian Dingert (l) bespricht nach dem Wechselfehler mit Akteuren vom FC Bayern und SC Freiburg das weitere Vorgehen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Frankfurt/Main 08.04.2022 Von Deutsche Presse-Agentur

Nach Wechselfehler: Sieg des FC Bayern bleibt bestehen

Das DFB-Sportgericht hat den Einspruch des SC Freiburg gegen das 1:4 gegen die Bayern zurückgewiesen. Es sei kein schuldhaftes Vergehen nachzuweisen. Stattdessen rügt das Gericht die Schiedsrichter.

Der 4:1-Sieg des FC Bayern in der Bundesliga-Partie beim SC Freiburg bleibt trotz des Wechselfehlers des Tabellenführers bestehen. Diese Entscheidung seines Sportgerichts verkündete der Deutsche Fußball-Bund (DFB). Die Freiburger hatten am 4. April Protest gegen die Spielwertung eingelegt, da der Club formal in der aktiven Rolle sei, die Vorgänge rechtlich überprüfen zu lassen. Nach Ansicht des Sportgerichts war den Münchnern „der schuldhafte Einsatz eines nicht einsatzberechtigten Spielers“ nicht anzulasten. Damit liege kein Grund für eine Aberkennung des Sieges vor. Vielmehr sei ein gravierendes Fehlverhalten von Schiedsrichter Christian Dingert und seinem Team Ursache des Wechselfehlers. Die Bayern hatten bei der Partie am 2. April für wenige Sekunden zwölf Spieler auf dem Feld, ehe der Referee die Begegnung beim Stand von 1:3 aus Freiburger Sicht unterbrach. Zuvor war bei der geplanten Auswechslung von Kingsley Coman die falsche Rückennummer durch Münchens Teammanagerin angezeigt worden. Der Franzose fühlte sich wohl nicht angesprochen und ging bei einem Doppelwechsel zunächst nicht vom Platz. In dieser Phase kam es jedoch zu keinen spielentscheidenden Szenen. Die Beteiligung der Bayern an dem Wechsel-Chaos reiche „auch unter Gesichtspunkten der Verhältnismäßigkeit nicht aus, um die gravierende Rechtsfolge einer Spielumwertung zu rechtfertigen“, sagte Stephan Oberholz, der Vorsitzende des Sportgerichts. Das Schiedsrichter-Team sei seinen Pflichten „in mehrfacher Hinsicht schuldhaft nicht nachgekommen“, fügte Oberholz hinzu. Der vorliegende Fall sei auch nicht vergleichbar mit dem Wechselfehler des VfL Wolfsburg, der im DFB-Pokal bei Preußen Münster unerlaubt einen sechsten Auswechselspieler in die Partie gebracht hatte. Dem VfL war danach der Sieg aberkannt worden. In der Tabelle liegen die Bayern somit nun weiter neun Punkte vor Verfolger Borussia Dortmund an der Spitze. Freiburg belegt den zur Teilnahme an der Europa League berechtigenden Rang fünf - mit drei Punkten Rückstand auf RB Leipzig auf Champions-League-Platz vier und mit einem Zähler Vorsprung auf die sechstplatzierte TSG 1899 Hoffenheim. Die Breisgauer können gegen das Urteil binnen eines Werktags Einspruch einlegen.

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Erstellt:
8. April 2022, 12:25 Uhr
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