Nach der Entscheidung

Nach der Entscheidung

Stefan Reckleben

Blick nach vorn

Wie zu erwarten, hat der Kreistag gestern mit seiner Mehrheit aus SPD, Grünen, WG, Linke und sogar FDP den Neubau einer Integrierten Gesamtschule an den Berufsbildenden Schulen in Nienburg gegen die CDU beschlossen (Bericht auf dieser Seite). Manch gescheiterter IGS-Verhinderer mag sich die Wunden lecken und die Befürworter Hurra schreien. So ist das in einer Demokratie. Und demokratischem Brauch folgend, sollte sich nach mit demokratischer Mehrheit zustande gekommenen Beschlüssen der Blick aller nach vorn richten. Denn die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt.

Es geht um Bildungsinhalte und um Schulentwicklungskonzepte. Nicht nur innerhalb der IGS. Vielmehr deren Wirkung aufs Umland. Dazu gehört aus Kreissicht auch die Stadt Nienburg. Nicht nur die steht mit ihrer städtischen Schulentwicklungsplanung vor einer konzeptionellen wie politischen Mammutaufgabe (Siehe Bericht oben). Ebenso die kreisangehörigen Kommunen und der Kreis selbst.

Alle Beteiligten brauchen bei der Lösung der politisch hochbrisanten Fragen nach aufzulösende Schulstandorte und der zu verteilenden Schülerströme Überblick und Geduld. Vor allem braucht die Politik Zusammenarbeit und Stehvermögen, wenn ihnen der eisige Wind aus der Wählerschaft entgegen bläst, die auf Schulstandorten beharrt, wo es absehbar keine Schüler mehr geben wird. Eine profillose Schule bloß mit Schülern und Lehrern drin ist kein Standortvorteil mehr, weil es weder genügend Lehrer, noch ein zukunftsgerichtetes pädagogisches Profil gibt.

Vielleicht erfüllt sich bei näherer Betrachtung nach dem Neubaubeschluss des Kreistags später doch die Einsicht, den Neubaustandort in Nienburg zentrumsnah beispielsweise in die Buermende zu setzen. Da müsste sich die Stadt allerdings auch bewegen. Stefan Reckleben