Monatelang war die Stolzenauer Straße in Leese gesperrt. Foto: Arne Hildebrandt

Monatelang war die Stolzenauer Straße in Leese gesperrt. Foto: Arne Hildebrandt

Leese 21.05.2021 Von Die Harke

Nach einem halb Jahr Bauverzögerung: Stolzenauer Straße in Leese ist ab Donnerstag wieder offen

Stolzenau ist bald wieder erreichbar

In Leese fanden in dieser Woche die letzten Asphalt- und Markierungsarbeiten statt. Nach dem Umbau der mobilen Ampelanlage Anfang nächster Woche soll die Stolzenauer Straße am Donnerstag wieder für den Verkehr freigegeben werden. Das teilt der Kreisverband für Wasserwirtschaft mit.

Die Erneuerung des Kanalsystems könne für Leese sicherlich als Jahrhundertprojekt gelten: Der Wasserverband „An der Führse“ ersetze den mittlerweile unterdimensionierten und in Teilen gefährlich baufälligen Mischwasserkanal durch ein getrenntes System mit je einem Kanal für Schmutz- und Regenwasser inklusive der dazugehörigen Hausanschlüsse, schreibt der Verband.

Die Gehwege und Straßenflächen wurden im Rahmen der Gemeinschaftsmaßnahme durch die Gemeinde Leese und die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr erneuert und wiederhergestellt.

Weiter heißt es: „Dass sich ein Vorhaben dieser Größenordnung nicht auf die Woche genau planen lässt, leuchtet ein. Doch warum verzögerte sich der Abschluss des ersten Bauabschnitts um beinahe ein halbes Jahr?“

Freuen sich über die baldige Öffnung der Stolzenauer Straße in Leese (von links): Gaylord Kurre (Geschäftsführer des Kreisverbands für Wasserwirtschaft), Sascha Kruse (Projektleiter), Tim Hauschildt (Verbandsvorsteher des Wasserverbands „An der Führse“), Jens Beckmeyer (Gemeindedirektor) und Henning Olthage (Bürgermeister der Gemeinde Leese).. Foto: Kreisverband

Freuen sich über die baldige Öffnung der Stolzenauer Straße in Leese (von links): Gaylord Kurre (Geschäftsführer des Kreisverbands für Wasserwirtschaft), Sascha Kruse (Projektleiter), Tim Hauschildt (Verbandsvorsteher des Wasserverbands „An der Führse“), Jens Beckmeyer (Gemeindedirektor) und Henning Olthage (Bürgermeister der Gemeinde Leese).. Foto: Kreisverband

Für den ersten Bauabschnitt seien ursprünglich elf Monate veranschlagt worden. „Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre hatten wir mit zwei Wochen Winterruhe gerechnet. Tatsächlich bescherten uns strenger Frost beziehungsweise erhebliche Niederschläge aber mehr als vier Wochen, bei denen auf der Baustelle nichts ging“, heißt es weiter.

Zweites Problem: „Werden in einem Bereich Kampfmittel (in der Regel Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg) vermutet, wird der Abschnitt vor Baubeginn sondiert. Heißt: ein Fachmann läuft die Strecke mit einem Metalldetektor ab und prüft, ob sich im Boden Verdächtiges findet.“ Doch dieses Verfahren habe in Leese nicht funktioniert: „Der Untergrund war voller alter Leitungen, armierter Fundamente und Metallrohre“, schildert Projektleiter Sascha Kruse vom Wasserverband „An der Führse“ die Situation zwischen Dorfladen und Kreuzung.

„Also war während der Arbeiten eine kampfmitteltechnische Begleitung notwendig, sprich: der Baggerfahrer musste langsam und vorsichtig zu Werke gehen und jeder Aushub wurde kontrolliert.“ Auch das habe viel Zeit gekostet.

Dann habe man die Planungen des ersten Bauabschnitts so abgeändert, dass die Arbeiten nicht direkt an der Kreuzung endeten, sondern den halben Kreuzungsbereich mit einbezogen. Der Gedanke dahinter: So sei es für Anlieger möglich gewesen, Stolzenauer Straße und Kreuzung während des größten Teils der weiteren Baumaßnahmen zu nutzen. Dazu wurden bereits Vorkehrungen zur Neuinstallation der Ampelanlage getroffen. Während der dafür erforderlichen Tiefbauarbeiten sei die Ein- und Ausfahrt ins „Rieder End“ ab kommenden Dienstag vorübergehend nicht möglich.

Trotz der längeren Bauphase könne der ursprünglich veranschlagte Kostenrahmen nach Angaben des Wasserverbands „An der Führse“ gehalten werden: Von den insgesamt rund 3,5 Millionen Euro tragen die Gemeinde und der Wasserverband je rund 1,2 Millionen, etwa 1,1 Millionen Euro entfallen auf den Anteil der Straßenbauverwaltung.

Als Besonderheit sei zu vermerken, dass die Stolzenauer Straße in ihrem Verlauf gleichzeitig als Bundesstraße B 215 und B 441 ausgewiesen ist und diese Straße für den Schwerlastverkehr die einzige Querung der Weser zwischen Nienburg und Petershagen darstellte.

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Erstellt:
21. Mai 2021, 18:10 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

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