Manon Garms DH

Manon Garms DH

11.01.2012 Von Manon Garms

Nachlässigkeit oder Demenz?

Das „Dings“

„Weißt Du, wen ich gestern getroffen habe?“, fragte mich meine beste Freundin. „Erzähl!“ „Na, hier die Dings, mit der wir zur Schule gegangen sind, Du weißt schon.“ Ich wusste nicht, denn dafür waren die Angaben doch etwas zu dürftig. „Ich meine die Blonde. Die hat doch in einer WG mit diesem Typ gewohnt, wie hieß der denn noch?“ Verzweifelt suchte sie nach Namen, doch obwohl sie die Besagten genau vor Augen hatte, fielen sie ihr nicht ein.

Ähnlich ging es letzt einem Bekannten, den ich auf dem Weg zum Einkaufen traf. „Ich kaufe mir jetzt dieses leckere Dings zum Würzen. Magst Du das auch?“ Wie gern hätte ich seine Frage beantwortet, doch konnte ich mit „Dings“ leider nicht viel anfangen.

Muss man sich eigentlich Gedanken machen, wenn sich die „Dings“ im Sprachgebrauch häufen? Ist es einfach nur Nachlässigkeit oder muss man den Beginn einer Demenz fürchten? Auf jeden Fall stellt es den Gesprächspartner vor eine große Herausforderung, und meine Bewunderung gilt all denen, die sich trotz „Dingsbums“ und „Dingenskirchen“ einen Reim aus den Ausführungen ihres Gegenübers machen können.

Manon Garms

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Erstellt:
11. Januar 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 35sec

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