Mit der Biogas-Wärme von Gut Wiede könnten auch Privathaushalte versorgt werden.

Mit der Biogas-Wärme von Gut Wiede könnten auch Privathaushalte versorgt werden.

26.04.2015

Nahwärme für Heemsen und Rohrsen?

Mit der Biogas-Wärme von Gute Wode könnten auch Privathaushalte beheizt werden / Infoveranstaltung

Von Edda Hagebölling

Heemsen. Seit Juli 2013 werden das Schulzentrum Heemsen mit seinen beiden Sporthallen und die benachbarte Kita nebst Hort mit dem Biogas von Gut Wiede in der Balger Marsch versorgt. Jetzt bieten die Betreiber der Biogasanlage auf dem Hof von Eckhard Noltemeier die Abwärme auch den umliegenden Privathaushalten an. Wie das funktionieren kann, möchten die sie zusammen mit dem von ihnen beauftragten Ingenieurbüro bei einer Informationsveranstaltung erläutern, die am kommenden Mittwoch, 29. April, um 19 Uhr in der Aula des Schulzentrums Heemsen stattfindet. Die Begrüßung übernimmt Heemsens Samtgemeindebürgermeister Fietze Koop. Er betont: „Aus meiner Sicht wird mit der geplanten Nahwärmeversorgung ein Beitrag zur weitergehenden Nutzung von regenerativen Energien geleistet, da die Wärme aus Biogas, das in der Biogasanlage produziert wird, erzeugt wird.

Da mit der Maßnahme erreicht werden kann, dass nicht mehr jeder Haushalt mit eigener Heizanlage seine Wärme durch die Verbrennung von Heizöl oder Erdgas erzeugt, wird durch die damit einhergehende CO² Einsparung ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Das ist aus unserer Sicht sehr zu begrüßen.“

Bei einem Ortstermin erläuterten Landwirt Eckhard Noltemeier und Wirtschaftsingenieur Bastian Hoffmann schon einmal grob, was sie am Mittwoch gerne ausführlicher erörtern.

In dem vor rund zwei Jahren an der Rückwand der Sporthalle installierten Blockheizkraftwerk wird das Biogas von Gut Wiede in Strom umgewandelt. Dieser wird wiederum vor Ort in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Mit der bei diesem Verbrennungsprozess entstehenden Wärme werden Schule, Sporthallen und Kita beheizt.

„Da für diesen Komplex jedoch deutlich weniger Abwärme benötigt wird, als der Laie vermuten mag, bieten wir jetzt auch den Menschen in den umliegenden Wohngebieten die Möglichkeit an, ihre Häuser mit der Biowärme zu beheizen“, so Eckhard Noltemeier.

Locker ins Auge gefasst hatten die Biogasanlagen-Betreiber das Projekt bereits bei Inbetriebnahme des BHKW. „Doch wir wollten damals nichts überstürzen. Wichtiger war uns, in Ruhe abzuwarten, bis alles vernünftig funktioniert“ so Eckhard Noltemeier weiter.

Konkreter wurde das Projekt „Nahwärme für Heemsen und Rohrsen“ für die Verantwortlichen, nachdem Noltemeier den Chef des Ingenieurbüros kennengelernt hatte.

Wie dessen Bastian Hoffmann berichtet, sind die Voraussetzungen für die Versorgung mit der Abwärme ideal. „Der Bereich um das BHKW ist einerseits relativ dicht besiedelt, andererseits aber kaum versiegelt. Die Leitungen für das etwa 85 Grad heiße Wasser sind damit relativ leicht zu verlegen“, so der Wirtschaftsingenieur.

Mit dem Einsatz von Biogas-Wärme lassen sich nach Berechnung des Ingenieurbüros 20 bis 30 Prozent der Heizkosten reduzieren. Wünschenswert wären etwa 100 Abnehmer. Eine Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowohl für die Fernwärmerohre, die in etwa 80 Zentimetern Tiefe verlegt werden, als auch für Pufferspeicher sind nach Auskunft Hoffmanns möglich.

„Dass wir die Versorgung mit Nahwärme öffentlich vorstellen möchten, heißt aber nicht, dass wir auch als Investor auftreten wollen. Vielmehr können wir uns nach dem Vorbild Steyerbergs auch ein Genossenschaftsmodell vorstellen“, so Noltemeier. Ebenso denkbar sei aber auch die Gründung einer eigenen Gesellschaft mit einem eigenen Geschäftsführer.

Die Informationsveranstaltung am Mittwoch bildet den Auftakt für diesen Denkprozess. Politik und Verwaltung der Samtgemeinde Heemsen haben aber bereits signalisiert, dass sie sich ein entsprechendes Fernwärme-Projekt vorstellen können.

Wer am Mittwoch keine Zeit hat, kann sich auch bei der GAFA am Stand der Weser Biogas GmbH & Co. KG informieren.

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Erstellt:
26. April 2015, 00:00 Uhr
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