Nienburg 23.03.2017 Von Die Harke

Namen der letzten Juden verlesen

Gedenkfeier am 28. März auf dem Schloßplatz

Gemeinsam mit zwei Schulen aus Stadt und Landkreis erinnert der [DATENBANK=3516]Arbeitskreis „Gedenken“[/DATENBANK] der Stadt Nienburg an die Deportation der letzten in der Stadt verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Zu ihrem Gedenken werden am Dienstag, 28. März, um 11.30 Uhr am Schloßplatz folgende Namen erschallen: Johanne Beermann, Alfred Birkenruth, Erna Birkenruth, Hanns Birkenruth, Walter Birkenruth, Julius Birkenruth, Berthold Hess, Sophie Hess, Albert Hünerberg, Johanne Jacobs, Eva de Jonge, Jeanette Löwenstein, Grethe Marcus, Rosa Marcus, Sophie Schragenheim, Leopold Weinberg, Frieda Weinberg und Elisabeth Weinberg.

An diesem Tag vor 75 Jahren wurden die 18 Jüdinnen und Juden gezwungen, sich mit wenigen Habseligkeiten auf dem Schloßplatz einzufinden. Von da wurden sie nach Hannover-Ahlem transportiert. Dort hatte die SS in der beschlagnahmten jüdischen Gartenbauschule ein Sammellager für die Deportationen von Juden und Sinti in Ghettos und Konzentrationslager in Polen und dem Baltikum eingerichtet.

Für ein „würdiges Ritual der Erinnerung an jenes grausame Verbrechen“ der NS-Zeit konnten Schülerinnen und Schüler der Leintorschule und der Oberschule Marklohe gewonnen werden.

Mit ihnen gemeinsam wird Arbeitskreismitglied [DATENBANK=3518]Martin Bauer[/DATENBANK] vor dem ehemaligen Synagogengrundstück für die am 28. 3. 1942 Deportierten Kerzen entzünden und Rosen niederlegen. Dann werden die Jugendlichen die Namen der abgeschobenen Nienburgerinnen und Nienburger verlesen. Die Veranstaltung beginnt am kommenden Dienstag um 11.30 Uhr. Treffpunkt ist die Hinweistafel des Synagogengrundstücks unmittelbar neben dem Media-Markt.

„1942 war die jüdische Gemeinde Nienburgs aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgung bereits auf eine kleine Schar von Männern, Frauen und Jugendlichen zusammengeschrumpft. Unter ihnen befand sich auch Elisabeth Weinberg, nach der der alljährlich vergebene Elisabeth-Weinberg-Preis für Zivilcourage benannt ist. Wenige Tage vor ihrem 20. Geburtstag fiel die junge Elisabeth auf diese Weise dem Nazi-Terror zum Opfer. Wie ihre Leidensgenossen wurde sie nach kurzer Internierung in Hannover-Ahlem in der Nacht vom 31. März auf den 1. April mit einem Transportzug ins Warschauer Ghetto verschleppt. Dort oder im nahegelegenen Vernichtungslager Treblinka wurden sie ermordet“, schreibt der Arbeitskreis „Gedenken“ abschließend.

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Erstellt:
23. März 2017, 21:00 Uhr
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