14.10.2012

Naturdenkmal musste weichen

Uralte Linde am Thingplatz in Wietzen wurde gefällt, weil sie komplett hohl und morsch war

Wietzen (ch). In Wietzen ist ein Naturdenkmal unwiederbringlich verloren gegangen: Die Linde am einstigen Thingplatz musste gefällt werden, weil sie auf die Kreisstraße 34 zu fallen drohte.

Nach einem Sturm hatten sich in dem uralten Baum starke Risse gezeigt, der Stamm war teilweise geborsten und hatte sich geneigt. Damit war klar: Der als Naturdenkmal ausgewiesene Baum war nicht mehr zu halten.

Als Arbeiter den Stamm abgesägt hatten, zeigte sich, wie sehr der Zahn der Zeit an dem mächtigen Baum genagt hatte: Er war innen komplett hohl und morsch.

„Damit geht ein Naturdenkmal verloren“, sagt Gemeindearchivar Helmut Rode. Er hielt den Vorgang im Foto fest und betont, dass schon Heinrich Gade in seinem Bericht über Wietzen die Linde erwähnte: „Den Platz, wo das Gericht gehalten ist, und wo auch später die Gemeindeversammlungen gehalten sind, zeigt man noch heute; auf demselben steht eine Linde und der Platz heißt noch ‚das Thing’“, hat der Heimatchronist um 1900 notiert.

In alten Karten ist der Platz der Gerichtsbarkeit samt Linde noch als Bauernbrink vermerkt. Vor Ort weist lediglich eine kleine Schrifttafel am Ortsausgang Richtung Blenhorst auf den Thingplatz (heute Garten von Else Holthaus) hin: „Der Bauernbrink (Thingplatz) wurde 1892 durch den Bau der Kreisstraße 34 in zwei Teile geteilt. Auf dem südlichen Teilstück steht diese alte Dorflinde, die seit 1935 als Naturdenkmal geschützt ist.“

Vor einigen Wochen musste bereits eine große, marode Weide vor der Kirche Wietzen gefällt werden. Ein abgebrochener Ast war auf das Buswartehäuschen gekracht und hatte das Dach beschädigt. Zu Schaden kam zum Glück niemand.

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Erstellt:
14. Oktober 2012, 00:00 Uhr
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