Die „Leeser Runde“ bei ihrer Tour durch den Ort. Hockemeyer

Die „Leeser Runde“ bei ihrer Tour durch den Ort. Hockemeyer

Leese 19.04.2017 Von Die Harke

Naturerlebnis und Ortsgeschichte in Kombination

Die „Leeser Runde“ unternahm einen Ausflug durch den Heimatort

In einer Gemeinschaftsaktion starteten Heimatverein und [DATENBANK=296]TuS Leese[/DATENBANK] zu einer Tour durch die vielfältige Natur und vorbei an 2500 Jahren Ortsgeschichte. „Unterwegs gab es viele Geschichten über die Leeser Besonderheiten zu hören. So wurde an mehreren Stellen auf Leeses Bedeutung als historischer Verkehrsknotenpunkt hingewiesen. Die Lage an einer Minden und Bremen verbindenden Handelsstraße und die ab dem 17. Jahrhundert sich in Leese kreuzenden Postlinien in Nord-Süd beziehungsweise Ost-West-Richtung waren der Grundstein für die noch heute bestehenden überörtlichen Anbindungen über drei Bundesstraßen. An diese Geschichte erinnert auch das Posthorn im Gemeindewappen“, teilt Ulla Hockemeyer mit. Der Schienenverkehr kreuzte mit drei Eisenbahnlinien Anfang des 20. Jahrhunderts das Leeser Gemeindegebiet und hatte dort seine Bahnhöfe. Heute ist der Leeser Bahnhof immer noch Haltepunkt und damit einziger DB-Anschluss in der Samtgemeinde Mittelweser und im Süden des Landkreises Nienburg am Bahnnetz.

Zur Ortsgeschichte gehören auch sechs Begräbnisstätten – für eine Gemeinde dieser Größenordnung eher ungewöhnlich. Neben drei kirchlichen und einem jüdischen Friedhof beherbergte Leese das größte Urnengräberfeld Norddeutschlands mit Gräbern von etwa 500 vor Christus – die Urne findet sich daher als Symbol im Leeser Wappen. Die dunklen Momente der Ortsgeschichte sind durch eine Kriegsgräberanlage von 1945 präsent.

Besonders hervorgehoben wurde von den Gästeführern die „Leeser Genusskultur“: Schon Anfang des 16. Jahrhunderts erwähnt die Ortschronik vier Gasthäuser, von denen eins noch heute existiert. Ein weiteres – das ehemalige „Deutsche Haus“ – konnte auf den regelmäßigen Besuch eines berühmten Gastes (Wilhelm Busch) verweisen. Bis heute gibt es mehrere Gasthäuser und Cafés im Ort.

Die wichtigsten Aspekte für Sport- und Wanderfreunde durften nicht zu kurz kommen: Daher lagen die Orte am Weg, die Leese als „Sportdorf“ kennzeichnen, und die vielfältige Natur war mit zwei Naturschutzgebieten, dem Aufstieg auf den „Monte Canicle“ und dem Blick über das „Leeser Meer“ stetiger Begleiter.

Vieles aus den Erzählungen konnte am Ziel im Heimathaus noch im Original bewundert werden wie eine jahrtausendealte Urne und Zeichnungen von Wilhelm Busch. Und weil das Heimathaus ursprünglich einmal das örtliche Umspannwerk beherbergte, konnte Gästeführer Walter noch mit der Geschichte von „Eddi Wirbelstrom und Ionchen“ die Zuhörer zum Lachen bringen. Beim Kaffeetrinken waren sich die Mitwanderer einig, dass sie einen tollen Heimatort haben. Und der Sport stand bei der abschließenden Boulerunde auch nochmal im Mittelpunkt, heißt es abschließend.

Zum Artikel

Erstellt:
19. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.