Nerviger Anruf? Einfach auflegen!

Nerviger Anruf? Einfach auflegen!

Matthias Brosch Die Harke

Vor ein paar Tagen trieben in Nienburg wieder Telefonbetrüger ihr Unwesen, die sich als Kriminalbeamte ausgaben. Die Angerufenen handelten richtig und verrieten nichts über Lebensumstände und finanzielle Verhältnisse, hoben schon gar kein Geld vom Konto ab, sondern informierten stattdessen die echte Polizei. Was soll aber jemand tun, der sich von einem Pizzadienst belästigt fühlt, der eine Lieferverzögerung ankündigen möchte? Einfache Antwort: schlichtweg auflegen und nicht weiter drüber ärgern. Ein Straftatbestand liegt nicht vor, weil es zu keinen Beleidigungen oder Drohungen kommt. Wer die Handynummer des Störers zurückrufen will, wird ohnehin feststellen, dass diese gar nicht vergeben ist.

Mit einer Recherche lässt sich feststellen, dass sich hinter der „Pizzeria Bella Pistazie“ ein selbst ernanntes Spaßportal für Telefonstreiche verbirgt. Neben dem „Pizza kommt später“ kann dort auch „Der Müllschnüffler“, „Betrunken am Hörer“ oder „Was machst du in meinem WLAN?“ per Computer oder Smartphone als Anruf gestartet werden.

Um den Dialog echt wirken zu lassen, kann der Anrufer passende Sätze durch Anklicken auswählen und auf die Gesprächssituation reagieren. Während der Anrufer nicht zu hören ist, wird die Stimme des Angerufenen übertragen. „Seit dem Beginn der Website wurden etwa 50 Millionen Anrufe getätigt“, hält die freie Enzyklopädie Wikipedia zum populärsten Dienst fest. Schwacher Trost für die Genervten: Nur alle drei Wochen können die Möchtegern-Lustigen eine Telefonnummer darüber anwählen.