Neue Hobbys gegen die Langeweile

Neue Hobbys gegen die Langeweile

Katja Rediske, Angela Bruch mit ihrer Tochter und Natalie Weßling (von links). Foto: Helios

Der Lockdown ist eine Herausforderung für alle – doch trotz aller Einschränkungen bietet er auch Chancen. Ob Akkordeon, Kinderbuch oder Hühnerstall: Drei Frauen, allesamt Mitarbeiterinnen bei den Helios Kliniken Mittelweser, haben sich neuen Hobbys gewidmet. So unterschiedlich diese sein mögen, haben sie doch alle etwas gemeinsam: Neues zu schaffen in einer Zeit, in der eigentlich alles stillsteht.

Das, was früher ganz normal war, erscheint gerade ganz weit weg: ein Spieleabend mit Freunden, ein Geburtstagsessen mit der Verwandtschaft, ein Konzert der Lieblingsband oder einfach ein schöner Nachmittag mit den Kindern im Schwimmbad. Katja Rediske, Angela Bruch und Natalie Weßling wissen die Zeit mit sich selbst zu nutzen. Sie haben sich neuen Hobbys gewidmet, für die sie sich unter normalen Umständen vielleicht nicht die Zeit genommen hätten.

Musikalisch ist Ergotherapeutin Katja Rediske unterwegs. Ihr neues Hobby: das Akkordeonspiel, welches sie sich autodidaktisch beibringt. „Ich habe als Kind schon Orgel gespielt und finde Tasteninstrumente einfach toll. Außerdem habe ich nach einem transportablen Instrument gesucht, welches ich gut und unkompliziert irgendwo mit hinnehmen kann“, erklärt Katja Rediske.

Auch hat es einen schönen Nebeneffekt: „Es ist koordinativ eine super Übung für beide Hirnhälften, denn die linke und rechte Hand machen ganz unterschiedliche Sachen, um die Töne zu erzeugen“, freut sich die Ergotherapeutin.

Auch beruflich möchte sie ihr neues Instrument einbringen. „Mein Ziel ist es, auch bei uns in der Geriatrie Stolzenau mit den älteren Menschen eine musikalische Gruppentherapie anzubieten, wenn die Zeit nach Corona das zulässt. Alte Volkslieder und deren Texte sind zum Beispiel auch bei dementen Patienten oft noch präsent und abrufbar.“

Kreativ wurde Angela Bruch, die im Stationssekretariat der Gynäkologie tätig ist. Gemeinsam mit ihrer Tochter hat sie ein Kinderbuch geschrieben. „Am Frühstückstisch fragte meine Tochter, ob ich ihr eine Geschichte erzählen kann. Dann hat sie die Geschichte weitergesponnen und gemeinsam haben wir überlegt, wie es weitergeht.“ Die beiden haben sich dann entschieden, die Geschichte als kleines Buch aufzuschreiben und selbst zu illustrieren.

„Das Buch handelt von zwei Schwestern, die ein Unterwasserabenteuer erleben. Die beiden sind mit ihren Eltern im Urlaub und langweilen sich, bis sie etwas Leuchtendes im Meer erblicken. Sie entdecken dann eine Unterwasserwelt mit Meerjungfrauen und einer bösen Unterwasserhexe, die die ganze Stadt zerstören will“, erzählt Angela Bruch. Sie möchte das Buch auf jeden Fall binden lassen und hat vor allem die gemeinsame intensive Zeit mit ihrer Tochter genossen. Weitere Bücher? Derzeit zwar noch nicht in Planung, aber nicht ausgeschlossen.

Die Dritte im Bunde ist Logopädin Natalie Weßling, die ebenfalls wie Katja Rediske am Standort Stolzenau tätig ist. Sie hat sich im Lockdown einen Hühnerstall angeschafft. „Ich wollte schon immer eigene Hühner haben. Daher haben mein Mann und ich den Lockdown dazu genutzt, nun endlich den eigenen Hühnerstall zu bauen“, freut sich Natalie Weßling. Vorab hatte sie sich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt. Die Hühner haben sie bei einer nahegelegenen Geflügelfarm bestellt. „Wir haben zwei schwedische Blumenhühner in braun mit weißen Tupfen und zwei Australorps in schwarz mit grünlich schimmernden Federn.“

Richtige Berührungsängste hatte sie zwar nicht, doch das Hühner Einfangen war anfangs schon ungewohnt für sie. „Man darf da nicht so zimperlich sein“, sagt die Logopädin lachend. Es sei aber notwendig, um zu schauen, ob es den Tieren gut geht und sie gesund sind.

Geschmacklich können die Eier aus dem Supermarkt für das Ehepaar nicht mehr mithalten. „Unsere eigenen Eier schmecken einfach viel besser“. Bestätigt wurde dies auch schon aus dem Bekanntenkreis. „Ein Kollege meines Mannes hat vor kurzem unsere eigenen Hühnereier probiert und er möchte jetzt auch keine mehr kaufen“, erzählt Natalie Weßling.