Vertreter von Mehrgenerationenhaus und Verwaltung tauschten sich über die neuesten Entwicklungen aus. Haus der Generationen

Vertreter von Mehrgenerationenhaus und Verwaltung tauschten sich über die neuesten Entwicklungen aus. Haus der Generationen

Stolzenau 23.11.2017 Von Die Harke

Neue Leute fürs Haus der Generationen

Bedarf an Beratungen für Flüchtlinge ungebrochen / Peter Jilani geht in den Ruhestand / Neue Bildungsangebote geplant

Veränderungen im Haus und im Team stehen dem [DATENBANK=4580]Mehrgenerationenhaus Stolzenau[/DATENBANK] bevor; so hat beispielsweise der langjährige Flüchtlingsberater Peter Jilani angekündigt, zum Jahresende in den Ruhestand zu gehen. Da die Samtgemeinde Mittelweser einer der engsten Kooperationspartner ist, hatte die für die Koordination des Mehrgenerationenhauses und der Migrationsarbeit verantwortliche Leiterin [DATENBANK=314]Ute Müller[/DATENBANK] zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Die Zeit dafür nahmen sich Samtgemeindebürgermeister [DATENBANK=74]Jens Beckmeyer[/DATENBANK] und Fachdienstleiterin Nadine Schlier sowie die für die Sachbearbeitung im Bereich Asyl und Flüchtlinge Zuständigen Mario Gimpel und Anne-Kathrin Guse. Das Haus der Generationen bietet mit 60 Beratungsstunden und 40 Stunden Offenem Treff pro Woche eine kontinuierliche Anlaufstelle, die durch Bildungsangebote wie Hausaufgabenhilfe, Lernförderung oder interkulturelle Gesprächskreise ergänzt wird.

Seit Anfang November wird ein landesgeförderter Flüchtlingssprachkurs durch das Verdi-Bildungswerk angeboten, der sich besonders an Frauen richtet. „Das ist endlich eine Chance für die Frauen, die bisher dazu keine Möglichkeit hatten und für die eine Kursteilnahme in Nienburg durch die familiären Verpflichtungen sehr schwierig ist“, so Schlier.

Eine der Dozentinnen ist Heike Fuhrmann, die schon seit Jahren im Haus als Freiwillige arbeitet und besonders Kinder und Frauen unterstützt. Möglich wird der Kurs, weil seit kurzem ein zusätzlicher Raum für die Arbeit zur Verfügung steht, denn der Bioladen „ist in den Ruhestand gegangen“, so Peter Jilani, „und ich werde Ende Dezember dasselbe tun“.

Das wird nach den vielen Jahren der Zusammenarbeit neben der räumlichen Vergrößerung eine weitere große Veränderung im Haus sein. Doch der Abschied wird erleichtert durch die neue Mitarbeiterin Hannah Möller, die seit Mitte September dort tätig ist. Die studierte Pädagogin und Sonderpädagogin habe sich schon „hervorragend eingearbeitet und einen guten Draht zu den Menschen im Haus gefunden“, für die sie weitere Bildungsangebote initiieren möchte, zum Beispiel zur Stärkung von Familien.

„Eigentlich sind solche Stellen im Moment kaum adäquat zu besetzen, da haben wir einfach großes Glück gehabt“, so Müller. Und Jilani kann seine Arbeit beruhigt in jüngere Hände legen, nicht nur in die von Möller, sondern auch von Ebru Öztürk, die einen Bachelor in Soziologie hat und schon seit Anfang 2016 beschäftigt ist. Sie schreibt gerade an ihrer Masterarbeit im Fach „Gender Studies“ und wird ihre Stunden im nächsten Jahr noch aufstocken: „Ich habe mich in die sozialrechtliche Beratung in den fast zwei Jahren sehr gut eingearbeitet und möchte da auch meinen Schwerpunkt legen und meine Erfahrungen ausbauen.“

Nicht zu vergessen ist natürlich der große Vorteil, dass Öztürk türkische Muttersprachlerin ist. Auch die Sprachen Kurdisch, Arabisch, Farsi sowie natürlich Englisch und Französisch werden im Haus von den hauptamtlich oder ehrenamtlich Mitarbeitenden gesprochen, wovon schon viele andere Institutionen wie Schulen, Kindergärten, Arztpraxen und nicht zuletzt die Verwaltung der Samtgemeinde profitiert haben.

Abschließend stellte Beckmeyer die Frage, was am dringendsten und wichtigsten sei, um die Integration der Neuzugewanderten weiter zu fördern. Alle Berater waren sich einig. Da gebe es viele Punkte, doch ein Problem, das die Menschen besonders belaste, könne hier vor Ort gar nicht gelöst werden: Die Sorge um die in den Heimatländern zurückgebliebenen Familienmitglieder und die Frage, was werden soll, wenn der subsidiäre Schutz auf Dauer nicht zum Familiennachzug berechtigt, stünden sehr oft dem wirklichen „Ankommen“ entgegen.

„Denn wer kann schon unbelastet lernen, arbeiten und sich in seinem neuen Umfeld wohlfühlen, wenn er Angst haben muss, dass er seine Familie nicht wiedersieht? In solchen Situationen brauchen Menschen mehr als Beratung, hier bedarf es einer Begleitung bei der Suche nach dem richtigen Weg, auf dem das Leben weitergehen kann. Dieser Aufgabe stellen wir uns auch in den nächsten Jahren, wir gehen von einer Weiterförderung als Mehrgenerationenhaus und Beratungsstelle aus, denn der Bedarf ist nach wie vor groß“, sagt Müller.

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Erstellt:
23. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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