Handabdruck von Marion Blumenthal-Lazan, beobachtet von Tom-Luca Koch.  Achtermann

Handabdruck von Marion Blumenthal-Lazan, beobachtet von Tom-Luca Koch. Achtermann

Hoya 09.09.2017 Von Horst Achtermann

Neuer Name steht für Toleranz

Marion Blumenthal-Lazan ist Namensgeberin der Oberschule Hoya

Bunt sieht es aus, und so soll es auch so erscheinen, das neue Namensschild an der [DATENBANK=169]Oberschule im Schulzentrum Hoya[/DATENBANK]. „Marion Blumenthal Oberschule“ heißt es. Schulleiter [DATENBANK=790]Marc Badermann[/DATENBANK] begrüßte in englischer Sprache die Namensgeberin Marion Blumenthal-Lazan mit ihrem Ehemann Nathaniel Lazan, die zu diesem Ereignis aus New-York nach Hoya gekommen waren. In einer Feierstunde, von Schülern und Lehrern gestaltet, war diese Stunde auf Verständigung der Menschen untereinander ausgerichtet.

Schüler sagen „Willkommen“ in verschiedenen Sprachen. Die Klasse 6c singt „Hello-Goodbye“ von den Beatles. Uwe Bensing und Projektgruppe präsentieren Videoclips „Say not o racism“ in verschiedenen Sprachen. Lehrer Jörg Sommerfeld beleuchtet Gedenkfeiern und Stolpersteine und zeigt sich beeindruckt: „Marion, wie du mit Kindern über deine Erlebnisse sprichst und deine Geschichte erzählst; mein Respekt. Mit Stolz gehe ich an die neuen Namensschilder vorbei – ‚Marion Blumenthal Oberschule‘.“

Schüler hatten sich in einer Projektwoche vorbereitet. Marion Blumenthal-Lazan ist seit 2014 Ehrenbürgerin von Hoya, was heute oft vergessen wird. „Eine bescheidene Frau mit starken Willen, unermüdlicher Kraft und mit einer Warmherzigkeit setzt sie sich für Gerechtigkeit und Frieden ein“ sagte Bürgermeisterin Anne Wasner bei der Urkundenverleihung im November 2014.

Aus bunten Papierblumen haben Schüler ihren Namen dekorativ über die Bühne angebracht. „Danke für die wundervoller Musik, die einfühlsame Einführung, eine Ehre für unsere Familie. Ohne Hans und Heike Huth, die 1991 erste Kontakte mit uns in Amerika gesucht haben, wären wir nie nach Hoya gekommen“, sagte Marion Blumenthal-Lazan. Ihre Mutter, die sechs Wochen vor ihrem 105. Geburtstag gestorben sei, habe gesagt: „Wenn man lang genug lebt, erlebt man alles“.

Für die warmherzige Freundschaft mit Schule und Schüler dankte der Gast und wünschte viel Glück und Zufriedenheit auch den Freunden aus Holland. Freunde aus Holland, das sind Tjalke und Lokke Notermanns aus Workum in Friesland, die seit 2010 immer wieder am 10. November zur Gedenkfeier in Erinnerung an die Pogromnacht 1938 nach Hoya kommen. Elke Wesemann vom Schulelternrat: „Schön dass sie jetzt als Schirmherrin unserer Schule wieder in Hoya sind, eine lange Reise, ein langer Weg.“

Weronika Szynalska (Klasse 10cR) führte Marion Blumenthal auf die Bühne, pinselte ihre Hand mit blauer Farbe an, damit sie ihren Handabdruck auf einer Leinwand mit der Beschriftung: „Ein europäisches Kind, ein asiatisches Kind, ein afrikanisches Kind und ein amerikanisches Kind drücken beim Spielen die Hände in Farbe. Nun geh‘ und sag‘ welche Hand ist von wem!“ „Das ist egal, wir sind alle gleich, Toleranz ist unser höchstes Gut“, meinte sie.

Eine Rose von Familie Koppermann aus Hoya gegeben, wurde als „Zeichen des Gedenkens“ erklärte Marc Badermann, im Schulgarten gepflanzt.

„Toccata for a wild old lady“ von Peter Horton spielt mit viel Beifall bedacht Thomas Bui. Achtermann

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Marion Blumenthal-Lazan (82) freut sich, dass nach 80 Jahren ihr Leben und Wirken noch anerkannt wird. Achtermann

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Erstellt:
9. September 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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