Auf dem ehemaligen Krankenhausgelände soll ein neues Ärztehaus entstehen. Stadt Hoya

Auf dem ehemaligen Krankenhausgelände soll ein neues Ärztehaus entstehen. Stadt Hoya

Hoya 30.12.2017 Von Horst Achtermann

Neues Ärztehaus für Hoya

Experten favorisieren ehemaliges Krankenhausgelände / Verwaltung will Verfahren beschleunigen

Die Probleme sind nicht neu und auch nicht auf die Samtgemeinde Grafschaft Hoya beschränkt. Der Altersdurchschnitt der Ärzte steigt, es fehlen qualifizierte Nachfolger. „Die hausärztliche Versorgung in der Samtgemeinde ist zwar noch ausreichend, es besteht jedoch Handlungsbedarf“. Samtgemeindebürgermeister [DATENBANK=273]Detlef Meyer[/DATENBANK] stellte jüngst diese Bestandsanalyse zur ambulanten medizinischen Versorgung vor. Durch Auftrag im Sommer, erstellt durch die Beratungsfirma IWG (Ideenwelt Gesundheitsmarkt) aus Gießen. „Die IWG empfiehlt darin ganz klar die Entwicklung eines neuen Ärztehaus es in der Stadt Hoya“, so Meyer.

Die IWG und die Kanzlei HFBP sind Teil eines Netzwerks, das sich seit Jahren auf Lösungsstrategien zur Sicherung der ambulanten ärztlichen Versorgung spezialisiert.

An Interviews mit Ärzten, Zahnärzten und anderen Gesundheitsakteuren, für die Analyse in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya, haben sich 95 Prozent der niedergelassenen Mediziner beteiligt. Ergebnis: Die Versorgung ist ausreichend, wenn sie auch von den Ärzten vor Ort teilweise als „katastrophal“ bezeichnet wird. „Wenn allerdings einer der Hausärzte wegfällt, wird es eng“, betont Oliver Bechtler, Fachanwalt für Medizinrecht bei der Kanzlei HFBP und federführend beteiligt an der Analyse.

Aus den Befragungen der Ärzte hat sich ergeben, dass in den nächsten ein bis fünf Jahren Mediziner planen, in den Ruhestand zu gehen.

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Es muss aber, so die Analyse der IWG, die nötige Infrastruktur geschaffen werden, um Kooperationsmodelle umzusetzen und Ärzten eine Tätigkeit in Anstellung oder Teilzeit bieten zu können. Empfehlung der Experten: Neubau eines Ärztehauses in der Stadt Hoya. Diese Maßnahme wird von 70 Prozent der befragten medizinischen Akteure befürwortet. Eine deutliche Mehrheit erklärte sich bereit, die eigene Praxis in ein solches Ärztehaus zu verlegen und damit modern und zukunftsfähig zu machen.

In Bücken hat ein Investor eine Arztpraxis gebaut und ausgestattet, um Ärzten die Niederlassung zu erleichtern. Eine gute Sache, so die Experten. „Grundsächlich halten wir es aber nicht für die ideale Herangehensweise, erst die Immobilie zu gestalten und dann den Arzt zu suchen“, so Dr. Bechtler.

Besser sei es, die Akteure vor Ort mit ins Boot zu holen und sich dann gemeinschaftlich zukunftsfähig aufzustellen. Die Analyse sagt: Um die medizinische Versorgung in der Samtgemeinde langfristig zu sichern, wird empfohlen, den Schwerpunkt in den Grundzentren Eystrup und der Stadt Hoya zu legen und auszubauen.

Die Samtgemeinde ist bereit, Strukturen zu schaffen, um in den nächsten Jahren für niederlassungswillige Mediziner attraktiv zu sein.

Das ehemalige Gelände der Helios Klinik ist im Fokus. Auch wegen der Parkplätze wird es von den IWG-Experten favorisiert. „Wir geben das Grundstück, und Investoren bauen“, folgert Detlef Meyer im Pressegespräch. Mit vielversprechenden Ideen zur [DATENBANK=3287]Helios-Klinik Mittelweser[/DATENBANK] in Nienburg sowie zu den Aller-Weser-Kliniken Verden hat das Team IWG/HFBP Verbindungen geknüpft. Ansatzpunkte für konkrete Projekte haben sich aus der Bestandsanalyse ergeben, sagt HFBP-Anwältin Dr. Mareike Pilz, „Wir raten, die Dinge nun auch zeitnah anzugehen“. „Was man hat, wollen wir sichern. 2018 muss es los gehen“, sind sich Stadtdirektor Detlef Meyer und Bauamtsleiter Rolf Walnsch einig.

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Erstellt:
30. Dezember 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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