Gerda und Willi Bredemeier haben gemeinsam einen Heimatroman geschrieben. Foto: Bredemeier

Gerda und Willi Bredemeier haben gemeinsam einen Heimatroman geschrieben. Foto: Bredemeier

Lavelsloh 23.06.2020 Von Die Harke

Neues von der Bredemeier-Sippe

Der „Andere Heimatroman“ ist erschienen / Großes Treffen im September steht auf der Kippe

Gerda und Willi Bredemeier, die in den vergangenen zwei Jahren Treffen der Bredemeier-Sippe in Uchte und Bahrenborstel organisiert haben (DIE HARKE berichtete), sind mit einem gemeinsamen Buch herausgekommen.

„Der andere Heimatroman“ wurde im Simon-Verlag für Bibliothekswissen veröffentlicht und schildert auf circa 150 von knapp 500 Seiten das Aufwachsen eines Jungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts im damaligen Kirchspiel Lavelsloh mit den Gemeinden Steinbrink, Essern, Nordel, Lavelsloh und Bohnhorst.

Später bricht der Protagonist, der autobiographische Züge von Willi Bredemeier trägt, ins Ruhrgebiet auf, holt dort mehrere Bildungsabschlüsse nach, betätigt sich als Zeitschriftenmacher und ist an mehreren Großprojekten der Marktforschung für die Europäische Kommission und das Bundesministerium für Wirtschaft beteiligt.

Willi Bredemeier im Rückblick: „So schlecht, wie heute die damaligen Zwergschulen gemacht werden, kann zumindest die in Steinbrink nicht gewesen sein, dass man gar nichts mehr werden konnte.“ Ein wesentlicher Teil der Texte, die sich auf die Kindheit in Steinbrink und Umgebung beziehen, kann auf der Webseite www.unterbredemeiers.jimdo.com gelesen werden.

Das Buch schildert aus der Sicht eines Kindes ein radikal anderes Leben als es heute auch im Kreis Nienburg gang und gäbe ist. „Wir waren alle bettelarm“, so Willi Bredemeier, „auch wenn wir auf den Höfen nach Kriegsende den Vorzug hatten, anders als in den Städten immer genug zum Essen zu haben. Arbeit war das Maß aller Dinge, es gab kaum etwas anderes, und die Leute wurden danach beurteilt, wie fleißig sie waren.“

Einer der heimlichen Helden des Buches ist der Hund Hektor, mit dem der Protagonist über Wiesen und Weiden zieht und gelegentlich von einem Bauern mit der Mistgabel verjagt wird. Aber auch Gewohnheiten und Traditionen leben fort.

So wird im Buch geschildert, wie auf den Höhepunkten des Jahres in Steinbrink, auf dem Feuerwehr-, Schützen- und Reiterfest, die Paare zueinander finden. Das Ende der Geschichte reicht bis in die Gegenwart, als der Protagonist in seine dörfliche Heimat einkehrt, um dort festzustellen, dass sich sein „Kirchspiel“ in eine hochmobile Bildungslandschaft verwandelt hat.

Der „Andere Heimatroman“ ist eine Weiterentwicklung des „Anti-Heimat-Romans“, den Willi Bredemeier 2014 veröffentlichte. Bei der Gestaltung des „Anderen Heimatromans“ wurde die Mitwirkung seiner Frau Gerda („Meine schärfste Kritikerin“) so wichtig, dass sie nunmehr Mitautorin ist.

Das nächste Buch der Bredemeiers soll die Bredemeier-Sippe zum Gegenstand haben und auf Interviews in diversen Bredemeier-Familie beruhen. Dazu wurde der „Warmsener Zweig“ der Bredemeier-Sippe mit Hilfe eines anderen Familienforschers namens Karl Bredemeyer aus Essern auf einen Stammhof in Warmsen (Flurname: „Up de Brede“) bis circa 1460 zurückverfolgt.

Allerdings sind die beiden Autoren aus Hattingen (Ruhr) mit ihrer zeitlichen Planung in Rückstand geraten, weil persönliche Interviews wegen der Corona-Epidemie kaum mehr möglich sind. Und ob das ursprünglich für September vorgesehene dritte Bredemeier-Sippentreffen stattfinden kann, ist noch unklar.

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Erstellt:
23. Juni 2020, 18:35 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 27sec

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