© MH / Fotolia dpa

© MH / Fotolia dpa

26.10.2015 Von Alan Smithee

Neuromarketing und die Bedeutung für das Einkaufsverhalten

Wer glaubt, dass die Themen Neurologie und Kaufverhalten miteinander nichts zu tun haben, liegt falsch. Seit einigen Jahren beschäftigen sich Neurologen und Wissenschaftler mit der Auswirkung des Kaufverhaltens auf das Gehirn – dem sogenannte Neuromarketing. Oder anders ausgedrückt, es wird untersucht, welche Prozesse im Gehirn beim Einkaufen oder beim Betrachten von attraktiven Angeboten eine Rolle spielen. Dabei werden zwei Erkenntnisse genutzt:

Zum einen werden wissenschaftliche Untersuchung darüber durchgeführt, wie das Gehirn auf bestimmte Reize reagiert. Diese Erkenntnisse werden überwiegend für die Marktforschung verwendet. Für die Durchführung der Studien werden Techniken wie EEG (Messung der Gehirnströme) und MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) eingesetzt. Zum anderen werden die gewonnenen Kenntnisse nicht nur für die Marktforschung genutzt, sondern es wird außerdem versucht herauszufinden wie Kaufverhalten der Kunden auf neurologischer Ebene beeinflusst werden kann, um langfristig dieses beeinflussen zu können.

Welche Ergebnisse liefern diese Neuromarketing-Studien ?

Es wurde beispielsweise herausgefunden, dass das Betrachten eines teuren Sportwagens stärkere Reize auslöst als das Anschauen eines Transporters, eines Familienautos oder einer Limousine. Dasselbe gilt für Marken. Bestimmte Markenprodukte lösen im menschlichen Gehirn sehr viel stärkere Reize aus als preiswertere Produkte. Leider sind derartige Studien sehr kostspielig, denn EEG und MRT-Untersuchungen sind sehr teuer und sehr zeitaufwändig. Überdies zeigten die Untersuchungen, dass ein großer Teil der Entscheidungsprozesse nicht rational, sondern eher emotional gesteuert ist. Dr. Hans-Georg Häusel vertieft viele dieser Aspekte in seinem Buch "Neuromarketing". Demnach spielen beim Neuromarketing auch die verschiedenen Sinnesorgane eine große Rolle und beeinflussen unbewusst das Kaufverhalten der Kunden. Der Duft von frisch gebackenem Brot veranlasst Kunden mehr Lebensmittel zu kaufen, denn er führt zu einem leichten Hungergefühl und auch eine bestimmte Hintergrundmusik kann Kaufentscheidungen über das Gehör beeinflussen. Die Neuromarketing-Experten teilen die potentiellen Kunden außerdem in verschiedene Gruppen ein. So zum Beispiel in:

- Traditionalisten

- Harmoniser

- Abenteurer

- Disziplinierte usw.

Auf der Basis der verschiedenen Kundentypen werden dann die Werbestrategien angepasst, denn jeder dieser Kundentypen spricht unterschiedlich auf die dargebotenen Kaufreize an.

Finden Sie als Händler oder Betreiber eines Online-Shops heraus, wer Ihre Hauptzielgruppe ist und nutzen Sie die Erkenntnisse des Neuromarketing für die Konzeption Ihrer Werbestrategie.

Zum Artikel

Erstellt:
26. Oktober 2015, 16:20 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 07sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.