Freude über den „Neustart“ der ASB-Tagespflege in Stolzenau: In der Einrichtung gelten klare Hygienevorgaben. Foto: ASB-Kreisverband Nienburg

Freude über den „Neustart“ der ASB-Tagespflege in Stolzenau: In der Einrichtung gelten klare Hygienevorgaben. Foto: ASB-Kreisverband Nienburg

Stolzenau/Rohrsen 26.07.2020 Von Die Harke

Neustart der Tagespflege beim ASB

Betrieb in Stolzenau und Rohrsen läuft unter klaren Hygienevorgaben / Bilanz nach fünf Wochen fällt positiv aus

Mitte Juni hatte der ASB-Kreisverband Nienburg den Betrieb in seinen Tagespflegeeinrichtungen in Stolzenau und in Rohrsen wieder aufgenommen. Dieser war wegen der Corona-Pandemie zuvor für rund drei Monate unterbrochen gewesen. Nach gut vier Wochen zieht der ASB eine positive Bilanz in Sachen „Neustart“. Dieser war mit der Hälfte der möglichen Besucherzahl und Hygienevorgaben verbunden.

„Im Fokus standen dabei vor allem die Tagesgäste, die allein wohnen und einsam sind, sowie Tagesgäste mit einer Demenzerkrankung, für die eine aktivierende Beschäftigung besonders wichtig ist“, berichtete Anke Diekmann, die beim ASB für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. An den Eingängen der Einrichtungen in Stolzenau und Rohrsen stehen Desinfektionsmittel, darüber der Hinweis: „Bitte die Hände sorgfältig desinfizieren und Mund-Nasen-Schutz anlegen“. Die Mitarbeiterinnen tragen einen Mund-Nasen-Schutz. Bei allen Besuchern wird die Körpertemperatur gemessen und mit Namen und Kontaktdaten in einer Liste erfasst. Die Türen bzw. der Vorhang zwischen den beiden großen Aufenthaltsbereichen sind geschlossen. Die Gäste sind in zwei räumlich getrennte Gruppen mit fest zugeordneten Mitarbeiterteams aufgeteilt.

Hella Bösel, Pflegedienstleitung in Stolzenau, zieht Bilanz: „Manches ist schwierig, aber insgesamt klappt es ganz gut.“ Besonders lobenswert und vorbildlich sei das Verständnis und die Mitarbeit der weitaus meisten Angehörigen, betont sie zuerst. Dafür sei sie sehr dankbar. Es fiel beiden Teams sehr schwer, fast allen Gästen das gewohnte Besuchsangebot ausschlagen zu müssen. „Wir mussten schlicht danach entscheiden, wo die Tagesbetreuung gesundheitlich und sozial am notwendigsten war“, blickt Petra Mai zurück.

Auch in der Einrichtung in Rohrsen hat der Betrieb vor fünf Wochen wieder begonnen. Foto: ASB-Kreisverband Nienburg

Auch in der Einrichtung in Rohrsen hat der Betrieb vor fünf Wochen wieder begonnen. Foto: ASB-Kreisverband Nienburg

Im „neuen“ Tagespflege-Alltag hat die stellvertretende Pflegedienstleitung festgestellt: „Besonders der kameradschaftliche und herzliche Körperkontakt, das gemeinsame Singen und Kartenspiel fehlt unseren Gästen sehr.“ Die Begrüßung per Handschlag, die bei vielen Senioren einen hohen Stellenwert hat, darf nicht gemacht werden. Durch den Mund-Nasen-Schutz ist die Verständigung erschwert. Gästen, die schlecht hören können, ist die Möglichkeit genommen von den Lippen zu lesen. Und die Kreativität der Betreuungskräfte ist mehr als sonst gefordert, da alle Angebote möglichst kontaktlos erfolgen müssen. So erhält beim Brettspiel jeder Gast seinen eigenen Würfel, die Spielsteine werden von den Mitarbeitern versetzt. Vorlesen und Erzählen – vor allem heiterer Geschichten und Anekdoten – gehören zu den überwiegenden Beschäftigungen und so wie es das Wetter zulässt, geht es auf die Terrassen oder zum Spaziergang nach draußen.

Für die Mitarbeiter des ASB bedeutet der Betrieb aktuell eine große Mehrbelastung. Katja Rieder, die neue Pflegedienstleitung in Rohrsen erzählt: „Wir müssen jeden Nachmittag alle Kissenbezüge und Decken waschen, alle Kontaktflächen reinigen und desinfizieren. Aber das tun wir für unsere Gäste gern.“ Rieder hat Ihre Stelle mit der Wiedereröffnung der Tagespflege angetreten. Rieder hat die Tagesgäste in Rohrsen dazu befragt, wie sie die derzeitige Situation empfinden. Das Ergebnis fällt positiv aus: Während die Frauen vor allem die Hoffnung äußerten, „dass es wieder anders wird.“ und sich erinnern, dass sie sich vor Corona „freier gefühlt“ hätten, zeigten sich die Männer zufrieden: „Ich fühl mich wohl.“ und „Alles in Ordnung“, lauteten die überwiegenden Antworten.

Gemeinsam ist allen Tagesgästen in Stolzenau und Rohrsen laut ASB die Freude über die jetzt mögliche Aufstockung der Belegung. In den nächsten Tagen und Wochen können nach und nach wieder 75 Prozent der Platzkapazitäten belegt werden.

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Erstellt:
26. Juli 2020, 17:00 Uhr
Lesedauer:
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