15.09.2013

Nicht Extrawurst, aber Gleichstellung gefordert

Gastronomen aus den Kreisverbänden Nienburg und Hoya demonstrierten bei „Currywurst-Demo“ für einheitlichen Steuersatz

Hannover/Nienburg/Hoya. Der Dehoga-Kreisverband Nienburg mit seinem Vorsitzenden Friedrich Wilhelm Gallmeyer und der Dehoga-Kreisverband Grafschaft Hoya mit seinem Vorsitzenden Heinz Gefken hatten sich gemeinsam auf den Weg nach Hannover gemacht, um an der „Currywurst-Demo“ des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Niedersachsen teilzunehmen. Mit Trillerpfeifen, plakativen Schildern, auffälligen T-Shirts und Kochmützen waren rund 800 Gastronomen aus ganz Niedersachsen in Hannover auf dem Platz neben der Marktkirche zusammengekommen, um für einen einheitlichen Steuersatz auf Speisen zu demonstrieren. Außerdem waren zahlreiche Politiker und Gäste gekommen, um die Argumente des Verbandes zu hören und nicht zuletzt gemeinsam bei einer Gratis-Currywurst über die Steuerproblematik zu diskutieren.

Hermann Kröger, Präsident des Dehoga Niedersachsen, forderte Politik und Wirtschaft auf, den längst überfälligen einheitlichen Steuersatz in der Gastronomie einzuführen. „Wir wollen keine Extrawurst, wir wollen lediglich eine Gleichstellung zum Lebensmitteleinzelhandel, zum Lebensmittelhandwerk und vor allem auch zum europäischen Ausland“, rief Kröger den Politikern zu. Nur so könne die Branche wettbewerbsfähig bleiben und längst überfällige Investitionen tätigen.

„Dass dies funktioniert, hat bereits die Mehrwertsteuerreduzierung für die Hotellerie im Jahre 2010 gezeigt. Es wurden Investitionen in Milliardenhöhe getätigt, die besonders auch dem Handwerk zukamen. Zudem konnten mit dieser Maßnahme 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden“, so der Wirtesprecher.

Der Verband zeigt daher kein Verständnis für die Bestrebungen einiger Parteien, diese Wirtschaftsförderungsmaßnahme wieder abzuschaffen. Dass eine Steueranpassung in der Gastronomie die gleichen Effekte haben würde, davon ist auch Präsident Kröger überzeugt. „Wir haben unsere Arbeitsplätze in Deutschland, wir können nicht auswandern und plötzlich mit staatlicher Subvention im Ausland produzieren. Wir werden die Steuerabsenkung nutzen, um die Investitionsstaus in unseren Restaurants aufzulösen“, versprach Kröger.

Um Politik und Gästen das derzeitige Steuerwirrwarr vor Augen zu führen, hatte der Dehoga auf dem Marktplatz verschiedene Situationen plakativ dargestellt und am Beispiel der Currywurst aufgezeigt: Den Stehimbiss, an dem für die Currywurst sieben Prozent Steuern anfallen, den Stehimbiss mit Sitzgelegenheit, bei dem für die gleiche Wurst dann 19 Prozent Steuern anfallen, oder gar die Parkbank, die zufällig neben dem Imbiss steht, auf dem die Wurst für sieben Prozent durchgeht.

„Wer soll da noch durchsteigen“, fragten sich auch Besucher, denen diese Situation vorher gar nicht so bewusst war. DH

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Erstellt:
15. September 2013, 00:00 Uhr
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